Laien-Uni

Am 11. Dezember traf sich der Kurs des zweiten Jahrgangs der Laien-Uni Theologie Pfalz zur abschließenden Videokonferenz. Pfarrer Dr. Paul Metzger, der dieses Angebot 2018 konzipiert und organisiert hat, ist inzwischen geübt in Zoom-Treffen: „Dies ist der Kurs, den die Pandemie-Regelungen am härtesten getroffen hat.“ Altes und Neues Testament, Kirchengeschichte, Systematische Theologie sowie Konfessionskunde standen in den letzten beiden Jahren für die 24 Teilnehmenden auf dem Lehrplan.

Der Großteil der samstäglichen Lehrveranstaltungen fand online statt. Für manche Dozent*innen und Studierende hatte dies Vorteile: Wegfallende Anfahrtskosten und -zeiten. Damit ist die Laien-Uni ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Weiterführung von Bildungsformaten im digitalen Raum.

Freudige Gesichter nach über zwei Stunden Videokonferenz: Die Laien-Uni Theologie Pfalz ist gutes Vorbild für christliche Online-Bildungsformate. (Bildschirmaufnahme: N. Donauer nach Genehmigung der Teilnehmenden)

Statt wie ursprünglich geplant feierlich die Abschlusszertifikate an alle 24 Absolvent*innen zu überreichen, gab Oberkirchenrat Dr. Claus Müller in einer Präsentation einen Überblick über christliche Bildungsaufgaben: „In der Bildung sehe ich Kirche als Motor, nicht als Bremsklotz“: Bildung diene der Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten, wie dies der evangelische Theologe Reiner Preul einst formulierte. Im anschließenden Austausch stimmten alle Teilnehmenden darin überein, dass die Laien-Uni die religiöse Sprachfähigkeit erweitere. Und dies in einer Zeit, in der Glaubensvermittlung in der Familie seltener, Religion zu einem gesellschaftlichen Tabuthema und Spiritualität individueller geworden ist.

Ein paar Wortbeiträge der 15 Teilnehmerinnen an diesem Tag:

  • „Die Laien-Uni hat mich argumentativ stärker gemacht. Ich kann nun mutig Stellung beziehen, statt zu verstummen. Gerade wenn es darum geht, Glaubenshindernisse aus dem Weg zu räumen.“
  • „In meiner Arbeit im Hospiz bringt die Frage: „Haben Sie einen Glauben?“ bereits bei der Aufnahme eine Offenheit für gute Gespräche.“
  • „Als Coach frage ich oft, was einen Menschen im Leben trägt. Ich finde es toll, dass wir diesen Kurs haben.“
  • „Ich habe mein Wissen vertieft, mich im Glauben weitergebildet. Humor und die authentischen und menschlichen Ansichten waren mir wertvoll.“
  • „Mir hat die Laien-Uni geholfen, seelisch wach zu bleiben. Das gab mir Kraft für den Alltag.“
  • „Alle Lehrenden waren immer freundlich bereit, meine teils ketzerischen Fragen zu beantworten. Davon war ich beeindruckt.“
  • „Mich haben die unterschiedlichen Meinungen und Präsentationsformen der Dozentinnen und Dozenten inspiriert. Und ich habe nach meinem vor Jahrzehnten abgeschlossenen Theologiestudium viel dazugelernt.“

Paul Metzger kündigte an, dass im kommenden April der dritte Kurs der Laien-Uni starten wird und dass der Evangelische Bund Pfalz zwei Studientage pro Jahr für alle Absolvent*innen plant. Neben dem Bildungsaspekt ging es der Gruppe auch um das gewonnene Gemeinschaftsgefühl: Spontan entschlossen die Teilnehmenden, sich weiterhin privat zu treffen und ihre Erfahrungen im Online-Format auszutauschen.

Nach einer intensiven Frage- und Antwortrunde darüber, wie christliche Bildung welche Wege gehen kann oder muss, waren sich alle einig: Es braucht es viele kleine Schritte, um weiterzukommen.

Wissenswert:

Die „Laien-Uni Theologie Pfalz“ ist ein Angebot für alle Menschen, die sich für wissenschaftliche Theologie interessieren und Freude am akademischen Austausch haben. Auf elementarer Ebene kann man ein auf die wesentlichen Inhalte konzentriertes Studium der Theologie absolvieren. Die klassischen Fächer der Theologie – Altes und Neues Testament, Kirchengeschichte, Dogmatik und Ethik sowie Konfessionskunde – werden in einem zusammenhängenden Kurs von einem Team von Hochschuldozent*innen unterrichtet.
Mehr unter https://www.evkirchepfalz.de/lernen-und-lehren/laien-uni-theologie-pfalz/