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08.05.2017 Von: Nadja Donauer

Reformation spricht Männer an!

Am 4. Mai 2017 wurde anlässlich der Mitgliederversammlung der Männerarbeit der EKD in Freiburg die Presseerklärung „Männer und Reformation“ verfasst:


Signets zum Reformationsjubiläum und der EKD |

Signets zum Reformationsjubiläum und der EKD |

Was bringt die Reformation Männern?


Martin Luthers Erkenntnisse ließen Kirchen- und Machtstrukturen umstürzen. Gerade heutigen Männern eröffnen sie in ihrer Wirkung Zugänge zum christlichen Glauben und bieten ihnen Heimat in ihrer Kirche. Eine Kirche, die diese befreienden Impulse glaubwürdig vertritt, wird zum respektierten Gesprächspartner selbstbewusster Männer.


Ein Wesenszug reformatorischer Gedanken ist die Kritik an der sog. „Werkgerechtigkeit“. Die Reformatoren erkannten, dass es niemals zum Ziel führen kann, sein Heil durch Leistung gegenüber Gott zu verdienen. Heute streben Männer kaum mehr danach, sich vor Gott zu rechtfertigen. Stattdessen hat sich die moderne Vorstellung entwickelt, sich Glück, Lebenssinn und Selbstwert erarbeiten zu müssen. Im reformatorischem Sinn bedeutet Rechtfertigung: Ich bin akzeptiert. Diese tiefe Qualität des Lebens ist über Leistung und Erfolg nicht zu erreichen. Kulturelle Rollenzuweisungen haben Männer für ein falsch verstandenes Leistungsdenken besonders anfällig gemacht. Sich davon entlastet zu sehen, macht den Weg frei für ein positives Verständnis von Leistung, wie es Männer schätzen. So können sie ihre Schaffenskraft als Freude an der eigenen Lebensgestaltung erfahren.


Die Reformatoren räumten dem weltzugewandten, sinnenfrohen Leben neue Hochschätzung ein. Sie bejahten und würdigten Beruf, Sexualität, Familie und die Fürsorge für Kinder als wichtige Dimensionen männlichen Lebens. Damit kommen sie heutigen Lebenserfahrungen, Wünschen und Selbstverständnissen von Männern entgegen. Immer noch sind viele Männer geprägt von dem überkommenen Bild einer asketischen, moralisierenden, institutionsverliebten und weltabgewandten Kirche. Demgegenüber kommt das Vorbild des anpackenden, lebensprallen und eine direkte, realitätsbetonte Sprache liebenden Luther gut an. In Luthers Ermutigung zu männlicher Fürsorglichkeit und Kinderpflege zum Beispiel finden sich Väter heute wieder. Mitten im aktiven Leben können Männer ihren Schöpfer loben.


Männer möchten frei über ihre religiösen Grundüberzeugungen, ihre Realitätseinschätzung und moralischen Maßstäbe verfügen können und sperren sich gegen dogmatisch erscheinende Vorschriften von kirchlicher Seite. Auch die Reformation wandte sich gegen die Entmündigung der Gläubigen durch ein geistliches Establishment. Sie ging vom Priestertum aller Glaubenden aus. So ist sie bis heute anknüpfungsfähig für das moderne Selbstverständnis von Männern als selbstbestimmte Individuen. Als solche sind sie leidenschaftliche Dialogpartner auf Augenhöhe, die bereit sind, ihre Ansichten, Zweifel und Suchbewegungen einem rationalen Weltverständnis entsprechend zu verantworten.


Freiburg, 04. Mai 2017
Die Mitgliederversammlung
der Männerarbeit der EKD

Hier finden Sie das Dokument auch als pdf.