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24.07.2016

Volle Kraft voraus! Evangelische Frauenarbeit blickt auf viel Engagement zurück und steuert motiviert in die Zukunft

Am 8. Juli war es soweit: Rund 25 Vertreterinnen aus unterschiedlichen Bereichen der Evangelischen Frauenarbeit fanden sich zu einem Impuls-Nachmittag in der Alten Eintracht in Kaiserslautern zusammen, um die Weichen für die Zukunft der Frauenarbeit zu stellen. Zwischen „stillem Kämmerlein und politischem Marktplatz“ verdeutlichte bereits die Einladung die Bandbreite der Aktivitäten. Und wurde zu einer Begegnung zwischen Haupt- und Ehrenamt, langjährigen Aktiven und Neueinsteigerinnen sowie zum Austausch und zur Weichenstellung für die Zukunft. Denn beim Treffen und bei den Diskussionen ergaben sich viele Aufgabenfelder, die Kirche und Gesellschaft prägen.


Großes Wiedersehen zwischen haupt- und ehrenamtlichen Aktiven aus der Frauenarbeit sowie Begrüßung der Neueinsteigerinnen am 8. Juli

Großes Wiedersehen zwischen haupt- und ehrenamtlichen Aktiven aus der Frauenarbeit sowie Begrüßung der Neueinsteigerinnen am 8. Juli

Stehen für jahrelanges Engagement, v. l. n. r: Gudrun Achenbach, Simone Ade-Ihlenfeld, Emmi Müller, Waltraud Bischoff, Regina Mayer-Oelrich, Doris Joos, Elisabeth Peter und Annekatrin Schwarz.

Stehen für jahrelanges Engagement, v. l. n. r: Gudrun Achenbach, Simone Ade-Ihlenfeld, Emmi Müller, Waltraud Bischoff, Regina Mayer-Oelrich, Doris Joos, Elisabeth Peter und Annekatrin Schwarz.

Großer Dank und Blumen überreicht durch Claudia Kettering und Annekatrin Schwarz

Großer Dank und Blumen überreicht durch Claudia Kettering und Annekatrin Schwarz

Nach der Wahl wurde gleich das erste Treffen vereinbart

Nach der Wahl wurde gleich das erste Treffen vereinbart

Inspiriert vom Lied „Ins Wasser fällt ein Stein“, und geleitet vom Psalm 63 forderte Annekatrin Schwarz, stellvertretende Leiterin der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft, in ihrer Begrüßungsandacht zur sorgfältigen Beobachtung der Frauenarbeit auf: Was kann sie bewirken, wen berührt sie ähnlich dem Stein, der auf dem Wasser Kreise zieht und dabei Unerwartetes in Bewegung setzt?

Nach der Vorstellung der Leitsätze des Dachverbandes der Frauenarbeit und den darin beschriebenen Aufgaben der Frauenarbeit wie Information, Meinungsbildung und Positionierung gegenüber gesellschaftlich-politischer Fragestellungen durch Ilse Blendin, Claudia Kettering sowie Christine Gortner, Referentinnen  der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft, war die Meinung der anwesenden Frauen gefragt. Die genannten Schwerpunkte, die auch Zukunft noch relevant sind, reichten von Gleichberechtigung und der Teilzeitarbeitsfalle, die zur Altersarmut führt, bis zur Wissensvermittlung der Frauenbewegung/en, um nur einige zu nennen.

Jahrzehntelang gestalteten Waltraud Bischoff, Elisabeth Peter und Doris Joos im bisherigen „Fachbeirat Frauen“ aktiv die Frauenarbeit mit; ihre Geschichten stehen für Herzblut, Wissen und Anpacken - und das nicht nur in der Frauenarbeit: 

Waltraud Bischoff engagierte sich von 1990 bis 2004 bei der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) und beim Landesarbeitskreis (LAK) der Evangelischen Frauenarbeit der Pfalz. Sie arbeitete von 2001 bis 2004 an der neuen Ordnung mit. „Wir haben uns damals sehr gewehrt, dass die übergeordnete Arbeit von Basisgremien bedroht war. Das Mitspracherecht und das Gefühl der eigenen Bedeutung für die Frauenarbeit war uns immer wichtig.“

Bei ihrer Mitarbeit  in der Landessynode stellte sie den ausschlaggebenden Antrag, der in der Projektgruppe „Frauen in der Kirche“ mündete, aus der wiederum die Gleichstellungstelle, der Ökumenische Frauentag und die Sprachregelung in der Kirche entstanden. Von 1998 bis 2004 unterstützte sie aktiv den Ökumenischen Frauentag, von 1995 bis 2004 war sie im Gleichstellungsbeirat.

Vor der Frauenarbeit lagen ihr Kindergottesdienste und Jugendarbeit am Herzen sowie ihre Leidenschaft für das Singen in Chören aller Größen. Das Bundesverdienstkreuz erhielt Waltraud Bischoff 2004 für ihre Arbeit in der Kirchengemeinde, im Dekanat und für  ihren bundesweiten ehrenamtlichen Einsatz. Aber sie macht wenig Aufheben um den Erhalt. „Der Brief lag acht Tage ungeöffnet auf meinem Schreibtisch,  ich wusste ja gar nicht, dass ich vorgeschlagen war.“

Von 1986 bis 1991 bewegte sie die bundesweiten Frauengruppe „Frauen wagen Frieden“  - es ging um Gerechtigkeits-, Friedensfragen und die Bewahrung der Schöpfung.  Daraus schöpfte sie Inspirationen für die Frauenarbeit. Eine „gewisse Leitungsfunktion“ hat sie seit 1987 in der pfälzischen Gruppe „Frauen wagen Frieden“  inne  - „Das ist auch das letzte, was ich aufgebe“, sagt sie.

Müde wird Waltraud Bischoff nicht. Noch heute veranstaltet sie den Gesprächskreis in ihrer Gemeinde Rumbach. Genug Erfahrung als Referentin hat sie durch ihre Vorträge „Aufrecht und frei“ gesammelt, in denen Sie vielen Frauen Mut machte, in der Kirche und privat etwas zu erreichen. Der jährliche Herbstmarkt ist neu, seit vier Jahren verkauft sie dort „Eine Welt“-Produkte. Auch im Ausschuss „Fair Trade“ in ihrer Gemeinde ist sie aktiv und berichtet stolz: „Rumbach wurde die erste Fair Trade-Gemeinde in der Pfalz.“

Elisabeth Peter war von 1989 bis 1995 ehrenamtliche Landesleiterin der Evangelischen Frauenarbeit der Pfalz. In diesem Zeitraum traf sich die LAG zweimal jährlich und  zusätzlich gab es die  Mitgliederversammlung der Evangelischen Müttergenesung. Sie gestaltetet Dekanatsfrauentage, Jubiläen und Frauengottesdienste mit, referierte in verschiedenen Frauengruppen zu Fragen des Glaubens und zu Lebensbildern besonderer Frauen. Mit der Einführung einer neuen Ordnung erarbeitete sie Jahres- bzw. Schwerpunktthemen.  „Wir ehrenamtliche gemeinsam mit den hauptamtlichen Frauen: Das war gute Zusammenarbeit und gegenseitige Wertschätzung“, lobt sie das Miteinander.

Neben zwei großen Studienfahrten 2012 und 2013 organsiert sie seit 1992 gemeinsam mit Christa Krieger, früher Referentin in der Familienbildung jährlich eine einwöchige Seniorinnenfreizeit; in  diesem Sommer  die 25. Ausgabe, die in den Taunus führt und als Gemeinschaftserlebnis ein „Telefonnetz“ über die Pfalz spannte. Zudem gestaltet das  Erfolgsduo Krieger/Peter das Format „ Vier Tage im Advent“ – seit 20 Jahren. 

Von 1995 bis 2016 war Elisabeth Peter im Landesarbeitskreis bzw. Beirat Frauen, mit ca. fünf Treffen jährlich, sie bereitete Ökumenische Frauentage bzw. Seminare vor,  organisierte Infostände bei Kirchentagen in Speyer oder bei Rheinland-Pfalz-Tagen, die sie aktiv mitgestaltete.  Eins ihrer Highlights war das  75. Jubiläum der Frauenarbeit 1999 im Saalbau in Neustadt, „dicht gefolgt“ vom 90. Jubiläum in Kaiserslautern mit dem besonderen Akzent eines Frauenmahls. Als Mitglied im Frauenbeirat Rheinland-Pfalz in Mainz brachte sie „die evangelische Seite“ zu verschiedenen Themen ein.

Bereits seit 1970 war sie in der Gemeinde- bzw. Dekanatsarbeit eingebunden und wuchs mit den Aufgaben. Seit  dreißig Jahren ist sie beispielsweise in ihrer Gemeinde für den Evangelischen Frauenbund verantwortlich. Und der Horizont wuchs weiter: „Über die Frauenarbeit kam ich zur Ökumene weltweit,  meine Arbeit für den Korea-Arbeitskreis mündete in zwei Reisen nach Korea, die mich beflügelten: 1995 startete ich ein Ökumenisches Frühstück, das Wurzeln geschlagen hat und bis heute monatlich über 20  Frauen erreicht und immer neue integrieren kann.“ Andere Kontinente brachten neue  Aufgaben:  „Für die Frauenarbeit in Ghana sammelte ich Stoffe und Nähmaschinen pfalzweit ein.“ Frau Peter berichtet von Kraft kostenden wie auch bereichernden Momenten durch den Zuspruch durch andere Frauen und ihren Mann. „Mein Wunsch ist, dass Frauen in unseren Gruppen Heimat finden, dass ihre Fragen und Nöte gehört werden. Die Botschaft des Evangeliums braucht offene Ohren und Herzen und dann auch zupackende Hände. Den neu gewählten Frauen wünsche ich Freude an der Arbeit, Begeisterung, aber auch Durchhaltevermögen bei Durststrecken.“  

Für die Frauenarbeit in Ludwigshafen engagierte sich Doris Joos schon vor 1989 mit der Übernahme des evangelischen Frauenbundes in Oggersheim. Von 1989 bis 2013 organisierte sie als Vorsitzende des Ausschusses der Dekanatsfrauenarbeit unter anderem Seminare, die Veranstaltungsformate Frauenfrühstück und Frauenfeierabend sowie den  Dekanatsfrauentag mit ca. 500 Teilnehmerinnen. Sie lud schon 1990 zum Weltgebetstag ein, sie initiierte 1994 den Berta-Steinbrenner-Fonds mit  und erfuhr Stärkung in der Landesfrauenarbeit. Dem Frauenbund in Oggersheim ist sie bis dato treu geblieben und arbeitet mit 74 Jahren ehrenamtlich für den Arbeitskreis Asyl bei der Fahrradwerkstatt in Ludwigshafen. Zudem ist sie als zertifizierte Kirchenführerin für die Markuskirche in Ludwigshafen-Oggersheim buchbar. Auf Ihr Wirken in der Frauenarbeit schaut sie gern zurück: „Ich habe so viele Einladungen für die Dekanatsfrauenarbeit verschickt - meine mechanische Schreibmaschine von damals habe ich noch.“ Und sie lobt den Zusammenhalt:  „Hilfsbereite Menschen in der Ökumene fand ich immer.“

Großer Dank gebührt außer den genannten drei Frauen auch Gudrun Achenbach, Simone Ade-Ihlenfeld, Regina Mayer-Oelrich, Henny Kampe, sowie Emmi Müller für deren herausragendes Engagement im bisherigen Fachbeirat.

Ein Höhepunkt des Impulsnachmittages war die Wahl eines neuen Beirats für die Frauenarbeit. Sechs regionale Vertreterinnen, verteilt über die Landeskirche und vier Frauen mit fachlichem Hintergrund in der Frauenarbeit sind gewählt worden, bzw. angefragt,  Regina Mayer Oelrich, Emmi Müller und Simone Ade-Ihlenfeld werden auch im neuen Beirat der Frauenarbeit mitwirken. Die Namen aller Frauen plus ihre Vertreterinnen finden Sie in Kürze auf der Homepage der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft. Das Kuratorium der Arbeitsstelle wird in seiner konstituierenden Sitzung die Mitglieder des Beirates bestätigen.