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Programm bis Dezember

Die Veranstaltungen der Evangelischen Arbeitsstelle bis Dezember 2018 als Download des Halbjahresprogramms 2/2018

Starker Rücken: 16 Tipps für mehr innere und äußere Haltung in Beruf und Alltag

Positiv auf den Kopf gestellt - Tipps für die eigene Haltung | Foto: Silke Scheidel

Wie bekomme ich einen starken Rücken? Und wie kann ich meine Haltung bewahren, auch wenn es auf der Arbeit und Zuhause drunter und drüber geht?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich 12 Berufstätige im Seminar, das als Bildungsfreistellung (auch Bildungsurlaub genannt) in Rheinland-Pfalz anerkannt ist. Dabei erfuhren Sie, wie eng Emotionen und Haltung zusammengehören und wie sich das Eine auf das Andere auswirkt – und umgekehrt. Hinweise zur Ergonomie am Arbeitsplatz und zu Trainingsmöglichkeiten zum Ausgleich für den Rücken gab die Sporttherapeutin und erfahrene Lauftrainerin Natascha Hartl. Mit praxisorientierten Tipps für die Umgangsweise sowie ein tolerantes Miteinander mit Kolleg*innen, Chef*innen, Familie, Freund*innen und vor allem mit sich selbst, einer Gehmeditation im sonnigen Landauer Fortanlage und Yogaübungen ging es am zweiten Tag mit Mediatorin Anja-Brigitta Lucke an den Kern des Themas. In Feldenkrais® zur Kräftigung des ganzen Körpers und Förderung der Achtsamkeit führte Eva Locher als zertifizierter Feldenkrais® Practitioner FVD. Bei der Abschlussrunde fassten die Teilnehmer*innen ihre Tipps für sich zusammen:

1)      Ich formuliere meine Bedürfnisse mit Ich-Botschaften
3)      Ich lasse in Situationen, die mich stressen, Perspektivwechsel zu.
3)      Ich lasse mich entspannt und neugierig auf Neues ein.
4)      Ich nehme guten Gewissens Hilfe an.
5)      Was ich tue ist gut genug für jetzt.
6)      Ich habe jederzeit die Möglichkeit, etwas anders zu machen.
7)      Ich kann meine Gewohnheiten ändern.
8)      Ich übe mich in Achtsamkeit.
9)      Ich pflege meine Freundschaften.
10)   Miteinander ist oft leichter als alleine.
11)   Ich schaffe mir Zeit für mich selbst.
12)   Ich bin mit mir im Reinen.
13)   Ich finde meine eigene Grenze und halte sie ein.
14)   Ich suche Oasen für mich selbst.
15)   Ich erde mich und spüre den Boden, der mich trägt.
16)   Ich stehe zu mir selbst.

Entspannt, positiv gestimmt und gestärkt verabschiedeten sich die Teilnehmer*innen und nahmen das Zitat von Albert Schweitzer mit: „Die größte Entscheidung deines Lebens liegt darin, dass du dein Leben ändern kannst, indem du deine Geisteshaltung änderst.“

Text: Silke Scheidel, Foto: Silke Scheidel, 18.07.2018

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Familien-Sommerferien-Programm: Pferdeerlebnistag auf der „Ranch“ in Mehlingen

Nur kurz so farbenfroh - die erfrischende Dusche wartet schon | Foto: Ute Dettweiler
Buntes Pony statt lila Kuh | Foto: Ute Dettweiler

15 Kinder mit Müttern, Vätern und  Opas hatten am 10. Juli einen tollen Erlebnistag: Auf der Pferdekoppel der Familie Ruby in Mehlingen konnten die Kinder auf drei großen Pferden und einem Pony reiten.

Weitere Herausforderungen hatte der Abenteuerparcours zu bieten: An einem Seil in fast zwei Metern Höhe von Strohballen zu Strohballen  schwingen, Balancieren, Bogenschießen oder Hufeisenweitwurf ließen die Familien gemeinsam mit viel Elan und Energie zur Höchstform auflaufen.

Nach einem stärkenden Picknick im liebevoll hergerichteten Hof durften die Pferde und Ponys gestriegelt und mit abwaschbaren Fingerfarben bemalt werden - für die Tiere eine Art Massage mit anschließender Erfrischung, für die Zweibeiner ein besonderer Spaß auf beweglicher Malfläche.

Auch die Kleinsten kamen Dank Puppenküche, Laufrad und Hunde auf ihre Kosten. Alle begaben sich zufrieden auf den Nachhauseweg: Ein herzliches Dankeschön an Familie Ruby aus Mehlingen für diesen gelungenen Ferientag.

Text: Ute Dettweiler, Fotos: Ute Dettweiler, 11.07.2018

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In der Ein- und Ausflugschneise am Bienenstock geht es zu wie auf der A6 | Foto: Ute Dettweiler
Eine Wabe wird bestaunt | Foto: Ute Dettweiler
So schön ist der Ausblick am Bienenlehrpfad auf das Kuseler Land | Foto: Ute Dettweiler

Zuerst war es ein bisschen unheimlich - überall in der Luft summten die Bienen, und flogen zu ihren Bienenstöcken, die im Wald verteilt standen.

Zehn Bienenvölker leben auf dem liebevoll gestalteten Gelände des Bienenlehrpfads zwischen Altenglan und Welchweiler. Die anderen 30 sind "auf Wanderschaft", stehen z.B. beim Hambacher Schloss, wo gerade der leckere Kastanienhonig gesammelt wird.

Der Blick ins weite Kusler Land war an diesem fantastischen Sommermorgen beeindruckend. "Wie lange lebt denn so eine Biene?" fragte die kleine Maria. Dass die Lebenserwartung einer Biene nur zwischen 30 und 36 Tagen liegt, das war allen neu. Und in dieser kurzen Zeit gibt es viel zu tun für die kleinen Tiere, die so lebenswichtig sind. Da durch sie unsere Obstbäume viele Früchte tragen können.

Bei Bedarf nimmt Imker Erich Horbach die Verkleidung um seine Ein- und Ausflugschneise am Bienenstock ab und der Plexiglastunnel wird sichtba: Darin zischen die Bienen hin und her. Auch die Bienenwaben kann man gefahrlos durch Glasscheiben beobachten. Sogar die Kleinsten konnten die Wärme spüren, die die Bienenstöcke ausstrahlen! Beim anschließenden Honigschleudern und Honig probieren waren Groß und Klein begeistert.

Die Bienen sind lebenswichtig, intelligent und müssen unbedingt beschützt werden! Danke für den wunderschönen Tag an das Ehepaar Horbach.

PS: Niemand wurde gestochen! 

Text: Ute Dettweiler, Fotos: Ute Dettweiler, 28.06.2018

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Weg der Nachhaltigkeit | 4-Höfe-Tour vom 6.6.2018

Nachhaltige Häuser bei der Bio-Solar-Haus GmbH in St. Alban l Foto: Silke Scheidel
Beeindruckender Ausblick ins Nordpfälzer Bergland l Foto: Silke Scheidel
So eng liegen Natur und Technik zusammen: Der Fußweg von St. Alban zum Hengstbacherhof l Foto: Silke Scheidel
Natur pur auf dem Leiningerhof l Foto: Silke Scheidel
Joachim Böttcher erklärt die Ziele der neuen Stiftung Lebensraum l Foto: Silke Scheidel

Insgesamt acht wanderfreudige Interessierte machten sich auf in das Nordpfälzer Bergland nördlich des Donnersberg, um die idyllische Landschaft und moderne Umwelttechnologien zu erfahren.

 Mit dem Bus ging es zur ersten Station St. Alban, dem Energiedorf in der Nordpfalz, zur Besichtigung der Bio-Solar-Haus GmbH. Seitdem der Gründer Herr Becher im Jahre 1994 ein nachhaltiges Haus für den Eigenbedarf baute, das so nicht in den Lehrbüchern steht und trotzdem langlebig und energetisch unabhängig ist, ist der Sonnenpark stetig gewachsen. Heute stehen Bio-Solar-Häuser in der ganzen Welt und Interessierte können vor dem Bau Probewohnen.

Nach den umfangreichen und interessanten Informationen zu Baumaterial, Raumklima und Außenanlage, startete die Gruppe den Fußmarsch auf die eigentliche 4-Höfe-Tour zu Hengstbacherhof und Bremricherhof. Silke Scheidel, Referentin für Arbeitswelt und Politik, lud am Aussichtspunkt mit einem christlichen Impuls und den zehn Geboten der Gelassenheit zu einem Moment der Ruhe und Achtsamkeit ein. Weiter ging es zum Schmalfelderhof, wo die dortige „Kunst im Park“ Lust zum Entdecken der Handwerkskunst von Ton, Kleidung, Schmuck und Metall und zum Picknicken bei schönstem Sommerwetter machte. Über den Leiningerhof ging es wieder zurück zum Hengstbacherhof, wo Visionär Joachim Böttcher und Frau Dr. Dorothée Dreher die neugegründeten Stiftung Lebensraum vorstellte. Gemeinsam mit Moderatorin Petra Seitz (Vizepräsidentin LandFrauenverband Pfalz e.V) und Michael Cullmann (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rockenhausen) diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über nachhaltige Politik, Lebensweise und Technik.

Zufrieden und erschöpft war das Feedback auf der gemeinsamen Busrückfahrt, dass diese 4-Höfe-Tour mit Betriebsbesichtigung ein „guter Ansatz für Nachhaltigkeit“ ist.

Text: Silke Scheidel, Fotos: Silke Scheidel, 08.06.2018

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Herausforderungen für Familien im Digitalzeitalter – Fachtagung im Erbacher Hof in Mainz am 23.05.2018

Ute Dettweiler eröffnete die Fachtagung | Foto: Severino Ferreira da Silva
Vorstellung der Studie durch Frau Langer | Foto: Severino Ferreira da Silva
Sabrina Maroni beim Vortrag | Foto: Severino Ferreira da Silva
Friedhelm Lorig und Birgit Dinges widmeten sich der Medeinkompetenz in Kindertagesstätten| Foto: Severino Ferreira da Silva
Miriam Mentz | Foto: Severino Ferreira da Silva
Paula Lichtenberger | Foto: Severino Ferreira da Silva
Medienpädagogin Heidi Schließer-Sekulla | Foto: Severino Ferreira da Silva

„Entspannter Umgang mit Medien in der Familie“ lautet der Buchtitel des angekündigten Hauptreferenten Olaf Scholz. 80 Teilnehmende aus Familienbildungsstätten, Kitas, Schulen, Beratungsstellen, von Freien Trägern und Jugendämtern hatten sich zu Vorträgen und Fachforen zusammengefunden.

Ausgewählte Ergebnisse aus der aktuellen FIM –Studie als Einstieg ins Thema bildeten die Grundlage für die Tagung. Juliane Langer vom Sinus-Institut stellte danach eine spannende Studie vor, in der Eltern aus unterschiedlichen sozialen Milieus zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt wurden ( DIVSI-U9 Studie). Die Ansatzpunkte, die sich für die Arbeit mit Familien daraus ergaben, ließen bisherige Medienkompetenzangebote in einem neuen Licht erscheinen. Verschieden Milieus brauchen speziell auf sie zugeschnittene Angebote. Daran wurde in den Fachworkshops am Nachmittag konkret gearbeitet.

Sabrina Maroni von der Aktion Jugendschutz, Landesstelle Baden-Württemberg  stellte vor, wie sie mit SPFHS arbeite, die direkten Zugang zu bildungsfernen Milieus haben.

Wie Medienkompetenz in der Kindertagesstätte gestaltet werden kann schilderten anschaulich Birgit Dinges und Friedhelm Lorig von medien+bildung.com gGmbH – Lernwerkstatt.

Einen Überblick über gute Internetangebote für Eltern vermittelte die Medienpädagogin Heidi Schließer-Sekulla. Und als Abschluss stellte Miriam Metz von  jugendschutz.net zum Thema „App-gezockt und spielend ausgehorcht?“ eine neue Datenbank für Kinderapps vor, damit Kindern – und Eltern - trotz Risiken der Spielspaß nicht verloren geht. https://www.app-geprüft.net. Das fast alle Kinder ab sehr jungem Alter schon Apps nutzen, wurde dieses Instrument von den Tagungsteilnehmenden als sehr positiv bewertet.

Das Fazit war, dass Kinder den Umgang mit digitalen Medien quasi von Geburt an von Vorbildern in der Familie erlernen. Dort findet die Prägung statt. Viele Familien brauchen dabei Anregungen und Unterstützung, um der Schnelllebigkeit der Medienwelt pädagogisch begegnen zu können.

Hauptamtlichen Fachkräften in der Arbeit mit Familien kommt hierbei eine Schlüsselfunktion zu. In der Auswertung wurden die vielseitigen und praxisbezogenen  Inhalte dieser Fachtagung insgesamt von allen als sehr hilfreich bewertet.

Und was war mit Olaf Scholz? Der saß wegen eines Fluglotsenstreiks wohl gar nicht entspannt in Spanien fest – was die Tagungsleitung vor eine große Herausforderung stellte. Wie drückte es eine Teilnehmerin danach aus? „Super gemacht trotz Referentenausfall“.Darüber freute sich auch Moderatorin Paula Lichtenberger, die die Tagungsplanung verantwortete.

Die nächste Tagung ist schon in Planung, das Thema Medien in der Familie wird alle noch lange beschäftigen

Diese Tagung war eine Kooperationsveranstaltung von Zentrum Bildung der ekhn, Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft Kaiserslautern, sowie der eaf, Berlin.

Text: Ute Dettweiler, Fotos: Severino Ferreira da Silva, 01.06.2018

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Frauen verdienen mehr! Erwerbsbiographien von Frauen unter Lupe

Moderatorin Christina Walter, Christiane Schäfer, Ulrike Sontheimer und Renate Schuster (v.l.n.r.) bei der Talkrunde zu Beginn der Veranstaltung | Foto: Severino Ferreira da Silva
Landrätin Dr. Susanne Ganster: „Gerade wenn es um die Vereinbarkeit in Bezug von Familie und Beruf geht, braucht es Unterstützer“ | Foto: Severino Ferreira da Silva
Christine Gortner und Silke Scheidel sind Referentinnen der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft | Foto: Severino Ferreira da Silva
Felicitas Peetz der Gruppe Petzicatto zeigt vollen Körpereinsatz, wenn es um die Veranschaulichung der Rahmenbedingungen geht | Foto: Severino Ferreira da Silva
Gruppenfoto zum Ende der Veranstaltung | Foto: Severino Ferreira da Silva

 

"Frauen verdienen mehr! Erwerbsbiographien von Frauen unter Lupe"  lautete der Titel einer Informations- und Austauschveranstaltung am 26. April 2018 in der katholischen Familienbildungsstätte Pirmasens.

Die bewährte Veranstaltung wurde von dem Arbeitskreis „Frauen und Erwerbsarbeit“, bestehend aus Familienbildungsstätte Pirmasens, DGB Region Westpfalz, Landfrauenverband Rheinland-Pfalz, Gleichstellungsbeauftragten, Arbeitsleben Rheinland-Pfalz, Stadt Pirmasens, Business and Professional Women– Germany Club Kaiserslautern e.V., Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft, Protestantisches Dekanat Pirmasens, Bistum Speyer und kfd Diözesanverband Speyer gestaltet.

Viele Teilnehmerinnen waren gekommen, um sich über die aktuelle Situation der Frauen zu informieren. Es gab viele Erläuterungen rund um das aktuelle Thema zum Equal-Pay-Day: so haben beispielsweise 79 % der Frauen kein monatliches Gehalt – oder  lediglich ein Gehalt bis zu 1.500 € , dies ist aber nur bei 24 % der Männer der Fall. Bei den Gehältern über 1.500 € ist die Situation (Verdienst von Frauen und Männern) umgekehrt. Hier gibt es leider noch immer einen großen Handlungsbedarf.

Das Kabarettduo Petzicatto mit  den kfd Frauen Annette und Felicitas Peetz rundete das sehr wichtige Thema mit ihrem gesellschaftskritischen Beitrag ab. 

 

Text: Christa Kuhn, Foto: Severino Ferreira da Silva, 28.03.2018

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Was tun gegen Kinderarmut in unserem reichen Land?

Coverfoto für den Flyer: Seit Hartz IV 2005 in Kraft trat, hat sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die von staatlichen Fürsorgeleistungen leben, fast verdoppelt
Hans Sander beim Vortrag
Zum traurigen Thema gute Musik von Michael Halberstadt

Am Freitag, 2. März referierte Hans Sander im Heinz-Wilhelmy-Haus, Kaiserslautern, zum Thema „Kinderarmut in Deutschland“.

Bei seinem Vortrag „Kein Speiseeis im Sommer, kein Weihnachtsbaum im Winter – Armut in einem reichen Land“ zeigte er zahlreiche Analysen und Tabellen und erklärte, wie die zunehmende Armutsgefährdung besonders Alleinerziehende mit Kindern betrifft.

Das Beispiel AGENDA 2010 und weitere sozialpolitische (Fehl-)Entscheidungen stützen Sanders These, dass die Zunahme der Armut das Ergebnis politischer Beschlüsse darstellt, und somit durch politischen Druck wieder zu ändern ist. Sander unterbreitete zahlreiche Vorschläge zur  Besserung der Situation armutsgefährdeter Menschen.

Es sei ein Armutszeugnis, dass unser Sozialstaat auf Tafeln zurückgreifen muss und immer mehr Menschen auf dieses Angebot angewiesen sind. Konkret forderte Hans Sander die sanktionsfreie Anhebung der Regelsätze in Hartz IV, der Sozialhilfe und der Leistungen für Asylbewerber auf ein bedarfsgerechtes und existenzsicherndes Niveau. Dabei müssen sich die Regelsätze müssten am tatsächlichen Bedarf orientieren und ein Mindestmaß an sozialer und kultureller Teilhabe ermöglichen.

In diesem Zusammenhang verwies Hans Sander auf die Auswirkungen der geplanten Erhöhung des Verteidigungsetats auf 2 % des Bruttoinlandsproduktes BIP. Dieser würde dann mit 74 Mrd. € einem Anteil von ca. 21 % des Bundeshaushaltes entsprechen, vermutlich verbunden mit weiteren Kürzungen im Sozialbereich.

In der Diskussion stellte sich u.a. die Frage, wie die unmittelbar von Armut Betroffenen noch besser angesprochen und an Aktionen zur Verbesserung ihrer Situation beteiligt werden können.

Hans Sander ist Vorsitzender des Bezirkserwerbslosenausschuss Pfalz der Gewerkschaft ver.di.

Musikalisch umrahmt wurde der Vortrag von Michael Halberstadt an der Gitarre.

Die Veranstaltung war eine Kooperation der Pfälzer Initiative „Entrüstet Euch!“ mit der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung & Gesellschaft.

Text Claudia Kettering | Nadja Donauer, Fotos Nadja Donauer, 28.03.2018

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Nicht C’est la vie, sondern SoLaWi

Unter der Überschrift „Nährboden“ informierte die Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft am 26.01. 2018 im Gemeindehaus „Alte Eintracht in Kaiserslautern über das Modell „Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi)“ und weitere Formen der Regionalvermarktung. Die vom Umweltministerium RLP geförderte Tagung richtete sich an Landwirte, Gärtner, Regionalvermarkter und Konsumenten, die sich bewusster ernähren und regional engagieren wollen.

Kerstin Ramm eröffnete die Tagung zum Thema Regionalvermarktung | Foto: Nadja Donauer

Zur Begrüßung lobte Kerstin Ramm, Leiterin der Abteilung Ernährung, Tierschutz, ökologischer Land- und Weinbau, Lebensmittelüberwachung vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz den Aspekt der Planungssicherheit für beteiligte SoLaWi-Erzeuger*innen, die Produktionseinblicke für Aktive  und die gesicherte Versorgungskette für Lebensmittel, die im Supermarkt ein Schattendasein fristen. „Krumme Möhren landen da, wo sie hingehören, im Kochtopf.“  Ramm betonte die gelebte Vielseitigkeit, die eine SoLaWi in einem ländlichen Ort bewirken kann. „Viele Städter haben gar nicht die Möglichkeit, einen Schrebergarten zu mieten.“

Benedikt Baumann der TU Kaiserslautern präsentierte nachhaltige Ideen auf dem regionalen Campus

Vor dem thematischen Einstieg in „SoLaWi“ präsentierte Moderator und Leiter des Nachhaltigkeitsbüros der Technischen Universität Kaiserslautern Benedikt Baumann aktuell erprobte, nachhaltige Projekte der Universität: Ausleihbare Hochbeete, ein Marktstand sowie ein Kaffeestand auf dem Campus sensibilisieren die Studierenden für regionale Produkte und setzen frühzeitig Weichen für eine nachhaltige Lebensweise.

Maria Caesar schöpft aus einem bunten Korb an Möglichkeiten der Regionalvermarktung

Zwei große Trends: Nachhaltigkeit & Regionalität

Maria Caesar von der Landwirtschaftskammer Rheinland–Pfalz rückt bei ihren Beratungsgesprächen zur Regionalvermarktung immer wieder die Frage nach der Zielgruppe und Umsetzbarkeit in den Fokus: „Wie stellen Sie sich das vor?“ Sie behält auch bei einer gesteigerten Nachfrage nach regionalen und nachhaltigen Produkten das Konsumverhalten genau im Blick. Automatenverkauf, Service- und Lieferdienste stehen hoch im Kurs. Letztere liefern jedoch weitaus kleinere Portionen als in der Vergangenheit an den Verbraucher: „Wo früher Paletten an Eiern geliefert wurden, sind es heute Sechserkartons.“ Der sogenannte „Rezepteinkauf“ mit Kochanleitung und exakt abgewogene Zutaten liegt ebenfalls im Trend. „Für Kunden, die nicht unbedingt rund um die Uhr einkaufen möchten, reichen transparente Öffnungszeiten und Parkmöglichkeiten, um den Hofladen attraktiv zu machen. „Dann lassen sich auch Käuferinnen und Käufer erziehen.“

„Der Einkauf als Erlebnis und die Story über die Erzeugung eines Produkts - das spricht die Menschen an. Eigentlich müssten die Hofläden voll sein. Sind sie aber nicht.“ Denn inzwischen machen sich verstärkt Discounter den Regional- und Bio-Trend zunutze und greifen dadurch den Hofläden Kunden ab. Caesar zeigte den Slogan „Unsere drei Geschmacksrichtungen: „Bio, Veggie & Vegan, Regional“ über dem Eingang einer Discounterfiliale. Für den Storytelling-Gedanken sprechen viele Bauernhof-Cafés und Ferienangebote bei Landwirten und Winzern, die unter www.landservice-rlp.de registriert sind.  Als besonderes Angebot der Landwirtschaft präsentierte Caesar den „Lernort Bauernhof“: „Rund 60 landwirtschaftliche Betriebe sind derzeit als außerschulische Lernorte in RLP anerkannt und vermitteln Kindern und Jugendlichen anschaulich, wo unsere Lebensmittel herkommen, gewähren Einblicke in das Geschehen auf ihren Höfen.“ In der Digitalisierung sieht sie gewisse Chancen für die Bündelung von Direktvermarktung, wie es das Konzept der Marktschwärmerei umsetzt, mit Online-Bestellmöglichkeiten.

Manfred Nafziger berät viele Landwirtschaftliche Betriebe zum Thema Hofnachfolge

Zur Sache: SoLaWi

Das Konzept der SoLaWi ist einfach erklärt: Man teilt sich Kosten und Risiko auf der einen und die Ernte auf der anderen Seite. Wie das geht, darüber informierte Manfred Nafziger der SoLaWi in Contwig. Zusätzlich fasste er auch die Chancen bei der Hofnachfolge zur Fortführung des Lebenswerks eines oder vieler Menschen ins Auge. „Es ist schwer zu planen, wenn man selbst nicht weiß, was aus dem eigenen Hof werden soll. Die Vorarbeit braucht Zeit, mit der Hofnachfolge sollte man sich nicht erst kurz vor der Rente befassen.“ Nafziger weiß, wovon er spricht - mit einem jungen Ehepaar, das den elterlichen Hof übernahm, kam auch die Idee zu einer SoLaWi. Und nach einem verteilten Faltblatt über einen Infoabend kamen so viele Menschen, dass es von Anfang an gut lief. „Natürlich springen immer wieder Menschen ab, Essen und Kochen orientieren sich nach Ernte und Jahreszeit, was nicht dem bisherigen Verbraucherverhalten entspricht. Vor allem wenn es im Winter viel Lagergemüse gibt, aber die Warteliste ist groß genug.“
Seine erarbeitete Beratungserfahrung gibt Nafziger nun an andere Landwirtschaftsbetriebe weiter und teilt auch praxisnahe Tipps zu Steuern, Krankenkasse oder Bauinvestition.

Matthias Werner und Tina Herbring mit Live-Bericht der SoLaWi Akazienhof Neustadt e.V. "Wir machen mit, was Landwirte auch mitmachen: Verhagelte Ernte kann passieren."

Bei Gründung und im Miteinander | Transparenz steht ganz oben

 „SoLaWi-Fachfrau“ Tina Herbring und Gartenbauexperte Matthias Werner erklärten anschaulich, wie die SoLaWi Akazienhof in Neustadt mit rund 110 Mitgliedern bzw. Mitgärtner*innen und 70 Ernteanteilen funktioniert. Die drei Säulen aus Konzept, Menschen und Land spielen bei der Umsetzung die größte Rolle, wobei das Land den bedeutendsten Teil übernimmt. Der persönliche Nutzen für Herbring: „Als Ausgleich zu meinem Arbeitsleben im sozialpädagogischen Bereich tut mir der Bodenkontakt einfach gut.  Wenn ich auf dem Acker war, sind meine Batterien wieder aufgeladen.“ Sie ermunterte humorvoll „Wenn man eine Vision hat, sollte man nicht zu Arzt gehen, sondern weitermachen. Vieles findet sich, das haben wir bei der SoLaWi Akazienhof mitgemacht“. Und Herbring riet den anwesenden Interessierten zu „Beratung, Netzwerken und nochmals Beratung“.

Wo kamen die Teilnehmer her?
Welche Anforderungen stellen Sie an Ernährung?
In der Pause gab es "Bauernbrote" vom Wahlbacherhof in Contwig

Rund 50 Interessierte von Ärzten über Studierende bis hin zu Ernährungsberater*innen fanden sich für den zweiten Teil der Tagung mit Fokus auf Konsumenten als mögliche Gründer einer zukünftigen Initiative ein.  Bei den Publikumswünsche und Erwartungen zu Ernährung standen „regional“ und „saisonal“ ganz vorne.

Herbring und Werner berichteten über die Gründung und die Arbeitsteilung bei „ihrer“ SoLaWi Akazienhof: Von den Verwaltungsanteilen aus Arbeitsgruppen, Vorstandmitgliedern und den beiden Mitgliederversammlungen im Jahr; von den Werkzeugen für die Planungsabläufe: Wie sich wer online für Arbeitseinsätze oder Ernteabholung eintragen kann. Werner lieferte die Fakten über Anbaufläche, Saatgutbezugsquellen, Bewässerungs- und Düngungseinsatz sowie Ernteerfahrungen bei einer hohen Sortenvielfalt aus seiner täglichen Praxis als Gärtner. Neben Einmachtipps bei einer Tomatenschwemme erwachsen aus dem Miteinander auch spontan soziale Aktionen: Ein Korbflechtworkshop steht an.

Wer sich vor Ort über die SoLaWi Akazienhof Neustadt informieren will:
Am 12. Juni 2018 organisiert Brigitte Doll einen Betriebsbesuch, Anmeldungen nimmt Monika Dähmlow bei der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft telefonisch unter 0631 3642-102 oder per E-Mail an monika.daehmlow@evkirchepfalz.de entgegen

 

Zuhören, mitschreiben, Fragen stellen. So macht ein Fachtag Freude.

Das Publikum belegte mit vielen Fragen das rege Interesse.  Als gelungener Abschluss fanden sich mögliche Initiatoren für eine Vernetzung. Konkret plant Alexander Gerthner der SoLaWi Oberalben eine eigene Veranstaltung am 2. März 2018 im Gemeindehaus Alte Eintracht. Er berichtet an diesem Termin allgemein über Solidarische Landwirtschaft, im Besonderen über Ablauf und Organisation am Beispiel Oberalben, liefert Rückblick und Vorschau auf Pflanzplan und Tierzucht und informiert über eine mögliche Außenstelle in Kaiserslautern. Infos unter www.solawi-oberalben.de.

"Es war eine voll gute Veranstaltung" | mehr kann man sich nicht wünschen ...

Die bunte Mischung macht´s möglich

Brigitte Doll ist Referentin bei der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft im Gemeindehaus und kennt viele Erzeuger aus der bewährten Landwirtschaftlichen Familienberatung: „Wir als Mitarbeitende einer kirchlichen Dienstelle wollten verschiedene Akteure auf der Erzeuger- und Verbraucherseite zusammenbringen. Der Auftakt war ein voller Erfolg. Nun wird sich zeigen, was daraus wächst und ob vielleicht eine Initiative entstehen kann, um zur Lebensqualität der Mitmachenden beizutragen. Wünschenswert wäre eine bezahlbare Alternative zu den Discounter-Angeboten. Selbst nach der Veranstaltung kamen noch Menschen auf uns zu, die sich zukünftig engagieren wollen. So viel Zuspruch macht Mut, neue Dinge anzugehen. Aber das müssen nun Interessierte anpacken.“

Schön war der Zuspruch von allen Seiten, etwas zu wagen, was bisher noch nicht da war: Von meinem Chef, der sich zu einer Initialveranstaltung zu diesem Thema überzeugen ließ, von Kolleginnen und Kollegen, die mithalfen und von vielen Interessierten, die sich für eine Vernetzung interessieren, da sie nicht selbst beim Termin dabei sein konnten. Ich bedauere lediglich, dass keine Presse kam. Einerseits, weil neben Organisation und Nacharbeit wenig Zeit für gute Berichterstattung bleibt, andererseits weil das Thema Regionalversorgung als Nische eingestuft wird. Umso schöner, dass uns das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz für die Kostendeckung unterstützte. Als Lob an Bio-Ladenketten: Der Filialleiter von Alnatura sponserte uns bereitwillig Äpfel und Säfte, tausend Dank dafür!

(Text und Fotos) Nadja Donauer, 19.02.2018

 

 

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Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Hatten Spaß, die mitmachenden Männer

Es bedarf keiner großen Worte: 29 Männer stellten sich am Wochenende vom 26. bis 28. Januar der „Herausforderung Mannsein“ und kehrten gestärkt und verbunden aus Mannheim zurück.
Aufgrund des großen Interesses und 20 weiteren Männern auf der Warteliste,
wird das Seminar voraussichtlich im Herbst 2018 wiederholt. Anmeldungen und weitere Infos beim Männernetz Pfalz.

(Text und Foto) Gerd Humbert,30.01.2018

 

 

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Mehrnousch Zaeri-Esfahan und Ute Dettweiler beim Vortrag

Denkwerkstatt am 23.01.2018 in Speyer der eaf und Evangelischen Arbeitsstelle Bildung  und Gesellschaft

Frau Mehrnousch Zaeri-Esfahani gestaltete einen sehr unterhaltsamen und informativen Nachmittag im Saal in der Roßmarktstraße 4 in Speyer. Sie berichtete aus ihrer spannenden Biografie, die sie als Buch „33 Bogen und ein Teehaus“ 2016 veröffentlichte. In „typisch persischer Erzählweise“ wie sie es nennt, ließ sie die 30 Teilnehmenden daran teilhaben, wie es sich anfühlt, wenn ein 10 jähriges Mädchen aus dem Iran flieht und mit seiner Familie in Deutschland, in einer fremden Gesellschaft ankommt.

Mit viel Humor und auch Ironie reflektierte die Autorin, was ihrer Familie alles begegnete. Sie erklärte  anhand von Beispielen und Studien, wie sich Integration und Assimilation unterscheiden, warum das „deutsche Zeitsystem“ und das in ihrem Heimaltland verschiedene Fähigkeiten von den Menschen verlangen.  Dass sich da zwei Welten begegne,n konnte sie den Anwesenden veranschaulichen. Sie erklärte, warum dieser Prozess der Neuorientierung sehr lange dauert. “Viele denken, dass die Integration nach einem Deutschkurs und drei Jahren Aufenthalt in Deutschland abgeschlossen sei.“    Frau Zaeri-Esfahani, die lange Jahre als Flüchtlingsberaterin in Karlsruhe arbeitete, beschönigte nichts, warb für mehr Anerkennung und Wertschätzung von Andersartigkeit – generell, auch unter Deutschen.  Der klare persönliche Wille zur Integration ist aus ihrer Sicht die Basis, um in Deutschlnd gut leben zu können. Sie und ihre Familie seien diesen langen und steilen Weg, den jeder Fremde gehen muss, gegangen. Was jeder und jede in seiner Rolle, als Helfender oder als Fremder  zu einer gelingenden Integration beitragen könne, davon berichtete sie fast drei kurzweilige Stunden lang. Welches „Wunder“ es sei, in einem demokratischen Land, ohne korrupte Politiker oder gewalttätige Militärpolizei, mit einer funtkionierenden Infrastruktur zu leben, betonte sie mehrfach. „Ein guter Hinweis für viele Anwesende, weil wir oft nur die Defizite in unserer Gesellschaft sehen und solche „Wunder“ wie Trinkwasser, Müllabfuhr oder ÖPNV plötzlich neu schätzen lernen“, so Ute Dettweiler, die die Veranstaltung organisiert hat. Das lesenswerte Buch, das auch als Theaterstück erfolgreich aufgeführt wurde, wird demnächst auch im Schulunterrricht eingesetzt. Die Referentin führte bereits mehr als 80 Veranstaltungen bundesweit und im deutschsprachigen Raum durch. Ihre „Denkwerkstatt“ ist mittlerweile ein Geheimtipp und ist nicht nur bei Engagierten in der Flüchtlingsarbeit sehr beliebt.

Quelle: www.eaf-rlp.de

Ute Dettweiler, 24.01.2018

 

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Solidarität mit Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie

24 Stunden vor der dritten Tarifverhandlung in Saarbrücken hat die IG Metall Bezirk Mitte zu einem Warnstreik am 17.1. bei Opel in Kaiserslautern aufgerufen. Unter anderem für 6% mehr Lohn und Arbeitszeiten, die zum Leben passen, beteiligten sich Beschäftigte von Opel und GKN Driveline, aber auch Kollegen von Pfaff und der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft zeigten trotz eisigem Wind ihre Solidarität.  Die Redner Bernd Löffler (1. Bevollmächtigter der IG Metall Kaiserlautern), Jörg Jung (Betriebsratsvorsitzender GKN Driveline), Lothar Sorger (Betriebsratsvorsitzender von Opel Kaiserlautern) und Jörg Köhlinger (Verhandlungsführer der IG Metall für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland) informierten speziell über die Lage bei Opel  und allgemein über den aktuellen Stand der Tarifverhandlungen. Seit Beginn der Warnstreiks 2018 haben sich im gesamten Bezirk Mitte über 70.000 Beschäftigte aus der Metall- und Elektroindustrie beteiligt um den Forderungen der IG Metall Nachdruck zu verleihen.

Silke Scheidel, 17.01.2018

 

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Buß- und Bettag | Ökumenischer und solidarischer Gottesdienst 22. November bei ACO Guss

Das Werksgelände von ACO Guss, nach einem Sonnentag im November | Foto: Nadja Donauer
Nach Geschäftsführer Martin Behr begrüßte Betriebsratsvorsitzender Jörg Harz die GottesdienstbesucherInnen | Foto: Nadja Donauer
Andreas Welte und Peter Weißler redeten über die Voraussetzungen guter Arbeit | Foto: Nadja Donauer
Gerd Kiefer und Andreas Welte bei der Predigt | Foto: Nadja Donauer

Der Worte sind eigentliche schon genug gewechselt: Die Landesschau aktuell sendete noch am gleichen Abend einen kleinen Auschnitt, Joachim Schwitalla berichtete für die Rheinpfalz am 23. November (Nr. 273) und viele Posts mit noch mehr Fotos auf Facebook wurden gelesen und geteilt.

„Geschafft! Wie geht Arbeit gut weiter?“ - Dieser Frage stellten sich geistliche und weltliche Vertreter an diesem Abendgottesdienst, der zum ersten Mal an einem Ort mit Arbeitsambiente gefeiert wurde. Nach jahrelanger Tradition der ökumenischen Gottedienste in Kaiserslauterer Kirchen wagten sich die Veranstalter mit einem Format "Kirche am anderen Ort" auf thematisch passendes Neuland für einen solidarischen Buß- und Bettag.

Martin Behr, Geschäftsführer der ACO Guss GmbH, und Betriebsratsvorsitzender Jörg Harz,  begrüßten die ca. 50 Gäste, die der Einladung zu diesem ersten Solidaritätsgottesdienst am Mittwochabend gefolgt sind. Die alte Werkshalle war kunstvoll beleuchtet, die kurzweilige Abendveranstaltung  bestach durch Unterhaltsamkeit wie Leichtigkeit: zitierte Liedtexte von Rio Reiser, beschwingte Musik des Duos Present Art Collection.

Die beiden Vertreter der Ökumene, Pfarrer Gerd Kiefer und Diakon Andreas Welte, behielten beim Gottesdienst den weltlichen Bezug im Blick. Die Ausführungen des katholischen Kollegens Welte darüber, wie Martin Luther das pfälzischen Arbeitsethos geprägt hat, sorgte für viele Lacher.

Mit dem gebührenden Ernst wurden dann die Perspektiven "guter Arbeit" in der Westpfalz unter die Lupe genommen.

Peter Weißler, Leiter der Arbeitsagentur Kaiserslautern-Pirmasens, nannte Bildung, insbesondere Qualifikation und Beratung als Erfolgsgaranten für die zukünftige Arbeitsmarktentwicklung. Marcel Divivier-Schulz verwies in seiner Funktion als Regionalgeschäftsführer der DGB-Region Westpfalz auf das wertschätzende Miteinander zwischen Geschäftsführungen und Belegschaften für faire Einkommen, berufliche wie soziale Sicherheit und Gesundheitsschutz.

Gerd Kiefer schloss die Predigt und die Suche nach einer Antwort auf die Frage "Wie geht Arbeit hier gut weiter?" mit einem Appell an Betriebe, Verwaltungen, Betriebs- und Personalratsgremien sowie Betriebsleitungen: "Gott hat die Welt nicht die Hände gnadenloser Egoisten gegeben."

Beim anschließenden Austausch wurde die Weiterführung der Buß- und Bettags an besonderen Orten vereinbart: 2018 findet der solidarische Gottesdienst am 21. November 2018 im Berufsinformationszentrum (BiZ) in der Augustastraße in Kaiserslautern statt.

 

Nadja Donauer, 02.12.2017

 

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„Gestärkt in die Zukunft“ – 5. LFR-Bistro in Mainz fördert Kompetenzen von Frauen

Foto: Silke Scheidel

Gut besucht war das 5. Landesfrauenrat-Bistro am Samstag, den 21.10.2017 im schönen Ambiente des Kurfürstlichen Schlosses in Mainz. Die 1. Vorsitzende Claudia Rankers betonte in ihrer Begrüßungsrede, dass der Landesfrauenrat sich als Aufgabe gesetzt hat, „Betroffene zu Beteiligten zu machen und gemeinsam die Zukunft zu gestalten.“ In diesem Sinne gab es neben ausreichend Zeit zum Networking auch zehn Kompetenzworkshops. Von Tipps zum erfolgreichen Verhandeln, über Tools zum cokreativen Gestalten von gesellschaftlichem Wandel, dem Erkennen der eigenen Kompetenzen und Stärken bis zur gestärkten Resilienz durch Freutage, konnten die Teilnehmerinnen praktische Expertenanregungen für den Alltag mitnehmen und diskutieren.

Silke Scheidel, 23.10.2017

Öffentlicher Fachtag „Arbeit der Zukunft. Digitalisierung als Chance für den ländlichen Raum?“

Minister Wolfgang Tiefensee zur Arbeit der Zukunft in Thüringen | Foto: Silke Scheidel
Geschichtsträchtiger Rahmen für den KDA-Fachtag im Augustiner Kloster zu Erfurt | Foto: Silke Scheidel

Im Augustiner Kloster zu Erfurt, einst Heimat des Augustinermönchs Martin Luther, tauschten sich am 20. September 2017 im Rahmen der KDA-Bundeskonferenz (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt) hochkarätige Referenten und Teilnehmenden zur Arbeit der Zukunft im ländlichen Raum aus.

Im Hauptvortrag stellte Prof. Dr. Berthold Vogel, Geschäftsführer des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen, die Studie „Arbeit der Zukunft“ der Hans-Böckler-Stiftung vor und forderte kritisch eine Transformation der Arbeit und Neudefinition von Solidarität, Arbeitsqualität und kollektivem Handeln. Zusätzlich zu den technischen Innovationen müssten auch soziale folgen, um den ländlichen Raum mit sozialen Dienstleistungen zu versorgen und eine „Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse“ zu schaffen. Für Minister Wolfgang Tiefensee ist die Digitalisierung eine Chance für den ländlichen Raum, insbesondere aus der Perspektive Thüringens. Mit der „kooperativen Wertschöpfung besteht die Möglichkeit für kleinere Betriebe, sich gegen große Betriebe zu positionieren“, virtuelle, anonyme Firmenzusammenschlüsse verringern Leerlaufzeiten ohne Verlust der Marktreputation. Die Wertschätzung jedes Berufs und Standes im Rahmen der Sozialethik, die auch schon Luthers Arbeits- und Berufsverständnis prägte, ist für Regionalbischof Dr. Christian Stawenow von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland in diesem Zusammenhang unbedingt notwendig.

Warum Digitalisierung ein Thema für Kirche und Theologie ist, verdeutlichte Oberkirchenrat Dr. Ralph Charbonnier. Es gilt, neue Identitätsfragen zu stellen im Hinblick auf Mensch-Maschine-Hybrid, aber auch theologische Fragen zum allwissenden „götzenhaften“ Algorithmus zu klären, der den Menschen – oft unbewusst – Entscheidungen abnimmt und das individuelle Weltbild formt. 

Sowohl in den Pausen als auch in den Arbeitsgruppen diskutierten Referenten und Teilnehmende über Meinungen und regionale Unterschiede. Die erarbeiteten Thesen und Bausteine fließen in das Impulspapier „Attraktiver Arbeits- und Lebensort. Eine digitale Agenda für den ländlichen Raum“ ein.

Silke Scheidel, 02.10.2017

 

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Betriebsbesuch beim Westpfalz-Klinikum am 26. September 2017

Jakob Geißler (links im Bild) erklärt den Ablauf der einzelnen Reinigungsstationen | Foto: Nadja Donauer
Dennis Kolter (links im Bild) führt durch die Abteilungen | Foto: Nadja Donauer
Professor Dr. Axel Stachon im Labor | Foto: Nadja Donauer
Erkennbare Reaktion in der Petri-Schale | Foto: Nadja Donauer
Blick über die Schulter, so soll ein Betriebsbesuch sein | Foto: Nadja Donauer
Die Küche beeindruckt ebenfalls mit logistischer Meisterleistung | Foto: Nadja Donauer
Stefan Wildberger greift zur 5-Liter-Kelle | Foto: Nadja Donauer

Dennis Kolter vom Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit begrüßte die Gruppe um 14 Uhr und in rasantem Tempo ging es zu drei einzelnen Stationen, die nicht immer im Vordergrund stehen, aber für 160 000 Patienten des Westpfalz-Klinikums pro Jahr unverzichtbare Dienste erweisen.
Instrumentenaufbereitung, Labor und Küche standen auf dem Programm.

Im WKI, der Instrumentenaufbereitungs-GmbH und Tochter der Westpfalz-Klinikum GmbH begrüßte uns Jakob Geißler. Nach Häubchen- Kittel- und Fußschutzausstattung staunten alle Teilnehmenden über den logistischen Aufwand, der am Standort Kaiserslautern rund 30, am Standort Kusel 13 MitarbeiterInnen auf Trab hält und die Technik, welche jährlich neu vom TÜV Rheinland zertifiziert wird. Wenn gegen 14 Uhr die meisten OP´s beendet sind, geht es rund: Es werden unzählige Instrumente angeliefert, zum Teil demontiert und digital nachverfolgbar sterilisiert. Bis 23 Uhr dauert die Schicht, aber wir durften früher gehen:). 

Chefarzt Professor Dr.  Axel Stachon führte durch die Räumlichkeiten des Instituts für Laboratoriumsmedizin. Rund 100 MitarbeiterInnen, davon 50 am Lauterer Standort, leisten für sieben Krankenhäuser schnelle und wertvolle Diagnosedienste. Am Tag durchlaufen dort 2.000 Röhrchen zwischen 10.00 bis 12.000 Analyseverfahren. Und nicht nur am Tag, sondern auch nachts ist das Labor besetzt.

Beim Essen und vor allem beim Geschmack scheiden sich die Geister: Stefan Wildberger berichtete von den Herausforderungen der Küche. Nicht nur Allergien und Unvertäglichkeiten nehmen zu, sondern auch DiätkostkonsumentInnen oder VegetarierInnen. Und bei 4,60 € pro Person und Tag ist das Nahrungsmittelbudget denkbar knapp. Trotzdem wird mit modernster Technik beinah-gar gekocht und auf den Stationen fertig gegart. Was auf den Tellern übrig bleibt, ist unverwertbar, denn die Lebensmittelabfälle müssen teuer entsorgt werden. Da ist es ein guter Tipp, dass bei der Essensauswahl der kleine oder große Hunger durch ein Minus- oder Pluszeichen gekennzeichnet werden kann.  

Und ein Tipp für alle, die nicht zur Behandlung dort müssen: Die neue Kantine, Eingang Albert-Schweizer-Straße, ist für jede und jeden zugänglich und bietet ein preisgünstiges und schmackhaftes Mittaggessen. Ausprobieren!

Nadja Donauer, 2.10.2017

 

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"Frauen knöpfen sich das "Mannsbild" vor | Viele ZuhörerInnen waren am 18. September 2017 im Pfalztheater dabei

Dagmar Mensink, Astrid von Schlachta, Claudia Kettering, Lea Siegfried und Silke Schwarzstein (von links). | Foto: Evangelische Arbeitsstelle
Die Theater-Lounge war gut besucht | Foto: Evangelische Arbeitsstelle

Lea Siegfried, Autorin und Regisseurin des Rockmusicals „Luther – Mensch zwischen Gott und Teufel“, ist fasziniert von dem Reformator: „Ich weiß immer noch nicht, was ich von ihm halten soll. Mut und Fortschrittlichkeit machen ihn zu einem Vorbild. Wie die Tatsache, dass nach seinem Tod seine Frau Katharina von Bora Alleinerbin und Vormund seiner Kinder sein sollte.“ Siegfried war eine von vier Frauen, die beim „Talk unter Freunden“ im Pfalztheater Kaiserslautern über Luther, dessen Frauenbild und die Reformation diskutiert haben. Thema: „Die Weiber schweigen, wenn die Männer reden – Frauen knöpfen sich das Mannsbild vor.“

Pfarrerin Claudia Kettering, theologische Referentin der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft, moderierte die Gesprächsrunde. Ihre Gäste waren außerdem Dagmar Mensink, Sprecherin für politische und ethische Grundfragen im Zentralkomitee der deutschen Katholiken, Astrid von Schlachta, Leiterin der Mennonitischen Forschungsstelle Weierhof, sowie Pfarrerin Silke Schwarzstein, die sich mit vielen weitgehend unbekannten Reformatorinnen auseinandergesetzt hat.

Auch heute wie vor zwanzig Jahren, als sie ihre Pfarrstelle angetreten habe, gebe es mitunter noch bestimmte Mechanismen: „Da heißt es ‚Herr Pfarrer Soundso‘ und ‚Frau Schwarzstein‘“, sagte Schwarzstein. Theologin Dagmar Mensink zitierte zur Frage nach der Gleichberechtigung im katholischen Glauben und der Forderung, Frauen zur Priesterweihe zuzulassen, die ehemalige rheinland-pfälzische Kultusministerin Hanna-Renate Laurien: „Ist das Diakonat der Frau von Gott, wird es kommen; ist es nicht von Gott, wird es nicht kommen. Aber da wir es als von Gott kommend ansehen, werden wir das Nachdenken darüber und das Beten dafür nicht beenden.“

Die Rolle der Frau im Christentum war zunächst gewaltig: Frauen am Kreuz Jesu und bei der Bezeugung seiner Auferstehung. Dann kamen jedoch Strukturen in die neue Religion und mit den Strukturen besetzten Männer die Ämter der Priester. Das Zölibat, eingeführt im 12. Jahrhundert, wurde fast vierhundert Jahre später aufgehoben vom Mönch Luther, der eine Nonne heiratete. Über „Herrn Käthe“, wie er seine Frau manchmal nannte, wurde spekuliert, dass manche Reden Luthers dem Hirn der besseren Hälfte entsprangen. Die Teilnehmerinnen der Runde waren sich darüber einig, dass Bildungsmöglichkeit für Mädchen und die Anfänge der Gleichberechtigung in der Ehe Martin Luther und seinen reformatorischen Gedanken zu verdanken seien. Gleichwohl sei beispielsweise Luthers Einstellung zur Judenfrage oder zur Täuferbewegung alles andere als vorbildlich gewesen.

Die Diskussion warf viele Fragen auf. Wie können wir heutzutage unvoreingenommen die Familie des 16. Jahrhunderts beurteilen? Als diese eine Arbeits- und Lebensform war, Frauen natürlich mitarbeiten mussten und sich Bauern nicht leisten konnten, ihre Töchter kostenpflichtig zur Schule zu schicken, wo man jede helfende Hand zuhause brauchte. Diskutiert wurde auch, wie weit die Folgen des christlichen Glaubenssplittings reichen. Noch heute trage die ältere Generation Wunden der Entzweiung, wenn der gewählte Partner die „falsche“ Konfession hatte.

Alle Frauen waren sich einig, dass das Reformationsjubiläum die Lust geweckt hat, Fragen zu stellen. Politische Sprengkraft wie zur damaligen Umbruchzeit gebe es auch heute. „Wenn sich Menschen begegnen und nicht fähig sind, einander zuzuhören. Aber es mangelt häufig an der Bereitschaft zur Diskussion: Aufeinander hören, Respekt haben“, erklärten die Diskutanten einmütig.

Nadja Donauer, 20. September 2017

 

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Gemeinsam für Solidarität, Gerechtigkeit und Toleranz – Zentrale Maikundgebung 2017 in Kaiserslautern

„Soziale Gerechtigkeit ist die Klammer, die die Gesellschaft zusammen hält“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf der zentralen DGB-Kundgebung Rheinland-Pfalz/Saarland, und sicherte den Gewerkschaften ihre Unterstützung zu. Trotz regnerischem Schmuddelwetter fanden sich mehrere hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur  Veranstaltung am 1. Mai im Volkspark Kaiserslautern ein. Genau wie Dreyer warnte auch DGB Rheinland-Pfalz/Saarland-Vorsitzender Dietmar Muscheid vor rechten Tendenzen und Populismus in Europa. Er hob besonders die Themen Mindestlohn, paritätische Finanzierung der Krankenkassenbeiträge, gerechte Vermögensverteilung und auskömmliche gesetzliche Renten zur sozialen Sicherung hervor.

 Eingeleitet wurde die Kundgebung unter dem Motto „Wir sind viele. Wir sind eins“ mit einem ökumenischen Gottesdienst, gehalten durch Thomas Eschbach (Kath. Betriebsseelsorge) und Pfarrer Gerd Kiefer (Evangelische Arbeitsstelle für Bildung und Gesellschaft).

Silke Scheidel, 15. Mai 2017

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Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler begrüßte das Publikum am 25. April in Mainz | Foto: Silke Scheidel
Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler begrüßte das Publikum am 25. April in Mainz | Foto: Silke Scheidel
Dr. Uwe Liebelt präsentierte das "Project BASF 4.0" | Foto: Silke Scheidel
Dr. Uwe Liebelt präsentierte das "Project BASF 4.0" | Foto: Silke Scheidel

Die Digitalisierung der Arbeitswelt kommt in großen technologischen „Fort-Schritten“. Die aktive Gestaltung der zukünftigen Arbeits- und Lebenswelten sieht Gastgeberin und Ministerin für Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Sabine Bätzing-Lichtenthäler als gemeinsame Aufgabe von Politik, Sozialpartnern und Wissenschaft. Mit der  Auftaktveranstaltung „Masterplan zur Zukunft der Arbeit in Rheinland-Pfalz“ am 25. April 2017 in Mainz startete eine Informations- und Dialogreihe mit dem Ziel, die Gestaltung menschlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen rund um „Arbeit 4.0“ unvoreingenommenen zu diskutieren. Treffend ist das Zitat von Johannes Rau: „Die Zukunft kommt ja nicht einfach auf uns zu. Wir müssen sie nach unseren eigenen Vorstellungen gestalten. Wir wollen schließlich, dass wir auch in Zukunft friedlich und in Freiheit miteinander leben können - in einer Gesellschaft, in der Leistung etwas gilt und die Gerechtigkeit und Solidarität lebt.“

Von Chancen und Herausforderungen in der Arbeitswelt 4.0, speziell für die chemische Industrie,  berichtete Dr. Uwe Liebelt von der BASF. Seit 2015 beschreitet das Unternehmen mit dem Projekt BASF 4.0 neue digitalisierte Wege und integriert die Mitarbeitenden anhand einer Wissenspyramide in den laufenden Digitalisierungsprozess.

Möglichkeiten der Digitalisierung im Dienstleistungssektor beschrieb Walter Ganz vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation und hob besonders die unterschiedliche kulturelle Akzeptanz für Pflegeroboter in Japan und Deutschland hervor. Technisch sei vieles jetzt schon machbar. Ob sich die Nutzung flächenübergreifend durchsetzen kann, entscheiden letztendlich Verbraucherinnen und Verbraucher.

„Die Digitalisierung wird den Interessenkonflikt von Arbeit und Kapital verstärken.“ Mit dieser Aussage vom 71. Deutschen Juristentags (Prof. Dr. Ulrich Preis) eröffnete Rechtsanwalt Dr. Frank Lorenz seinen Vortrag. Vor allem beim Datenschutz, der Mitbestimmung und Weiterbildung sowie der Definition von Arbeitszeit und Arbeitsverhältnis müsse die Politik bestehende Gesetze anpassen und neue Gegebenheiten berücksichtigen.

Bei der abschließenden Podiumsdiskussion waren sich die Vertreter aus Politik, Wissenschaft sowie von Unternehmer- und Gewerkschaftsseite vor allem in einem Punkt einig: Keiner weiß sicher, wie sich die Arbeits- und Unternehmenslandschaft in den nächsten fünf Jahren entwickeln wird. Tendenziell werden sachbearbeitende Tätigkeiten eher vom Wandel durch Digitalisierung und Vernetzung betroffen sein als beispielsweise Reinigungstätigkeiten. Perspektivisch werden sich Qualifikationen als Zugangsvoraussetzung für bestimmte Berufsbilder und somit der Zugang zum Arbeitsmarkt ändern. Deshalb müssen die Weichen für eine gerechte, solidarische und wirtschaftliche Zukunft in der Gegenwart gestellt werden.

Silke Scheidel, 28. April 2017

Hier finden Sie den Link zur entsprechenden Seite beim Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie.

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Auch bei der Rente: Frauen verdienen mehr! | Aktionstag des Arbeitskreises Frauen und Erwerbsarbeit Südwestpfalz in Pirmasens

Lebhafte Diskussion zum Thema Altersarmut-Gleichhstellung-Rente beim Aktionstag in Pirmasens am 27. April 2017 | Foto: Silke Scheidel
Lebhafte Diskussion zum Thema Altersarmut-Gleichstellung-Rente beim Aktionstag in Pirmasens am 27. April 2017 | Foto: Silke Scheidel

Am 27. April 2017 nahmen der Arbeitskreis Frauen und Erwerbsarbeit Südwestpfalz in der Katholischen Familienbildungsstätte Pirmasens mit über 50 interessierten Frauen und Männern die Altersarmut von Frauen unter die Lupe. Bereits zum zweiten Mal zogen die Initiatorinnen, Frauen konfessioneller und nicht-konfessioneller Institutionen in Zusammenarbeit mit kommunalen Gleichstellungsbeauftragten,  an einem Strang und zeigten, dass Frauen mehr verdienen. 

Das eigens zu diesem Zweck gegründete Kabarett Petzzicato griff pointiert die unterschiedlichen Lebenseinstellungen zur Rentenversorgung von Mutter und Tochter auf und stimmte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit seinem realitätsnahen Beitrag in den Abend ein.

In ihrem Impulsvortrag verdeutlichte Heike Thompson (1. Vorsitzende der BPW Kaiserslautern e.V. und Coachin), dass Altersarmut in Deutschland typisch weiblich ist. Aus Scham würden viele Ruheständlerinnen keine gesetzliche Unterstützung beim Amt beantragen, obwohl ihre Rente unterhalb der Grundsicherung liegt. Mit anschaulichen Grafiken zeigte sie die Auswirkungen der traditionellen Erwerbsbiografien, der Frauenberufswahl in Pflege, Erziehung und Einzelhandel und regte mit der gesellschaftspolitschen Frage: „Was würde passieren, wenn Frauen nicht mehr in den frauentypischen Berufen arbeiten?“ zum Weiterdenken an.

 „Seid nie nur von eurem Ehemann abhängig! Arbeitet immer selbst und nur angemeldet!“ ist der Appell an alle Frauen von Monika Groh, Rentnerin und erste Interviewpartnerin von Christina Walter am 27.04.2017 beim „Abendbrot in Rot“ in Pirmasens. Trotz der Pflege ihrer Eltern und Schwiegereltern hielt sie mit Unterstützung ihres Mannes daran fest, ihr Leben selbstständig finanzieren zu können. Diese Rentenautonomie gibt sie ihren Kindern und Enkeln eindringlich weiter.

Die zweite „Arbeitsplatzzeugin“ Silvia Schindler wurde durch ihre Mutter für das Thema Rente sensibilisiert: „Meine Mutter hat immer in nichtsozialversicherungspflichten Tätigkeiten gearbeitet. Ihren Rentenanspruch hat sie sich Anfang der 60-er Jahre zur Heirat auszahlen lassen.“ Als es dann durch eine Nachzahlung die Möglichkeit zum Wiederaufleben des Rentenanspruchs gab, wurde das Geld mit großem Aufwand beschafft. Dieses Erlebnis prägte die Sekretärin und es ist ihr auch bei der Erziehung ihrer Tochter präsent.

In Ihrer Ausbildung zur Bankkauffrau wird Barbara Bißbort zwangsläufig mit dem Thema „Altersvorsorge“ konfrontiert. „Mir kommen manchmal die Tränen, wenn meine Kundinnen ihre Lebensgeschichten erzählen. Sie haben sich immer auf ihre Männer verlassen und ihre Kinder erzogen. Jetzt sind sie alleine, waren zu lange aus dem Beruf um wieder einzusteigen und haben jetzt teilweise weniger als 100 Euro im Monat.“ Die stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Landjugend ist sich in ihrer Lebensplanung bewusst, dass sich die Zeiten wandeln und ihre Erwerbsbiografie nicht unbedingt ein gerader Weg sein wird. Sie will die Politik aufrütteln, konkrete Wege in der Rentenpolitik zu gehen, da ihr die zukünftige Altersvorsorge „zu sehr in den Sternen steht“.

Beim anschließenden Abendbrot in Rot diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die vermittelten Informationen und ihre persönlichen Biografien. Besonders erfreulich für die Veranstalterinnen, zu denen auch die Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft gehört, ist die gute Resonanz der jüngeren Teilnehmerinnen, die sich bisher noch nicht mit ihrer Altersvorsorge auseinander gesetzt haben.

Silke Scheidel, 30. April 2017

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Erfolgreiche Fachtagung "Digitale Medien im Alltag von Kindern" am 7. März 2017 in Mainz

Freuten sich über regen Zuspruch: Martin Nestler, Medienpädagoge (Berlin), Hans-Uwe Daumann, medien+bildung.com (Ludwigshafen) und Ute Dettweiler, Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft (Kaiserslautern)
Prof. Dr. Stefan Aufenanger (Uni Mainz) bei seinem Vortrag "Digitale Medien im Alltag von Kindern – eine Herausforderung für Erziehung und Bildung" | Foto: Zentrum Bildung der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau

Die Teilnahme war heißbegehrt: Über 90  Fachleute aus Familienbildung, Kitas, Beratungsstelle, Schulen erschienen zur Tagung „Digitale Medien im Leben von Kindern – Chancen und Herausforderungen für die Arbeit mit Familien“, über 50 standen als Nachrücker auf der Warteliste. 

 „Sieben von 10 Kleinkindern (0-6 Jahre) nutzen täglich eine halbe Stunde lang  das Smartphone ihrer Eltern“, schrieb der Wiesbadener Kurier am 4. März 2017.

Alle Lebensbereiche werden inzwischen vom Internet und den damit verbundenen Nutzungsgeräten geprägt. Die digitalen Medien sind ab dem frühen Kindesalter auch selbstverständlicher Teil der Lebenswelt von Kindern. Vor allem Smartphone und Tablet prägen den Familienalltag. Noch bevor Bildungsangebote in Kita und Schule greifen, ist die Familie der zentrale Ort der Medienaneignung für Kinder.

Vorträge und Expertenworkshops vermittelten medienpädagogisches Basiswissen und drängende Fragen wurden diskutiert.

In den Fachbeiträgen wurde erläutert, dass wir in einer Welt leben, in der die Medien die Kommunikation bestimmen, verändern, bereichern sowie beeinträchtigen. Welche Folgen hat das für das Aufwachsen von Kindern? Wie kann man Eltern unterstützen, damit im familiären Alltag Erziehung, Beziehung und Kommunikation gelingen?

Es wurden Strategien und Anknüpfungspunkte zur Weiterarbeit in Kitas, Schulen und Familieneinrichtungen entwickelt. Aufgrund des großen Interesses bieten wir die Fachvorträge als pdf hier in unserem Downloadbereich an.

 

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Über 50 Presbyterinnen und Presbyter lauschten den Worten von Pfarrer und Buchautor Klaus Douglass

Gespannt auf mehr: Einige der Zuhörerinnen und Zuhörer beim Vortrag

Die Kursvorstellung des Glaubenskurses für Presbyterien „Sehnsucht nach mehr“ am 5. Oktober war ein voller Erfolg. Andrea Müller vom Projekt „Erwachsen Glauben Pfalz“ begrüßte im Gemeindehaus in Dannstadt mehr als 50 Teilnehmende zum Vortrag „Sehnsucht nach mehr“ . Dieser greift biblisch-theologische Themen wie „Taufe“, „Kirche“ oder „Bibel“ auf, zielt auf praktische Konsequenzen für die Kirchenvorstandsarbeit, fördert die Teambildung und die Entwicklung einer gemeinsamen geistlichen Perspektive.

Sehnsucht nach mehr hieß für die Anwesenden auch Sehnsucht nach mehr inhaltlicher Arbeit („nicht nur verwalten“ war eine Kernaussage), Sehnsucht nach einer soliden geistlichen Grundlage, Sehnsucht nach christlicher Gemeinschaft – auch im Presbyterium, Sehnsucht nach einer Vision, wofür man das alles macht.

Informativ und kurzweilig zeigte Klaus Douglass auf, wie man sich als Presbyterium anhand der detailliert ausgearbeiteten Materialien des EKHN-Kurses gemeinsam auf den Weg begeben kann. Angesteckt von der Sehnsucht nach mehr und eingedeckt mit Materialien machten sich viele wieder fröhlich auf den Heimweg.

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Menschen die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“
Antoine de Saint-Exupery

Bei Fragen zu unterschiedlichen Glaubenskursen wenden Sie sich gern an Andrea Müller per E-Mail an andrea.mueller@evkirchepfalz.de.

Allgemeines zu Glaubenskursen finden Sie unter www.kurse-zum-glauben.de.

 

 

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Mit manpower über die Alpen …

Steigende Kondition und Gemeinschaftsgefühl bei überwältigende Natur und herrlichem Ausblick.
Jeder Teilnehmer verlieh mit viel Power dem Mountainbike alle Ehre.

Dem Mountainbike seinen verdienten Namen gaben vom 20. bis 27. August 12 Männer beim Alpencross unter dem Titel „Power und Achtsamkeit“.  Spirituell bildeten ein „Erd-Himmel-Gebet“ auf der Passhöhe und eine Andacht die Höhepunkte der kräftezehrenden Tour.
 „Bergauf spürten wir die Power und die steigende Kondition, bergab den Rausch der Geschwindigkeit und dazwischen machten wir bewusste Pausen, um achtsam innezuhalten.“, beschreibt Gerd Humbert, Referent der Männerarbeit der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft, die kurzweilig anmutende Woche: „Dabei ging es nie darum, wer als erster oben ist, sondern wir achteten auf uns selbst, die Gruppe und die überwältigende Natur. Die größte Belohnung für die Biker war das Gefühl die Alpenüberquerung gemeinsam mit den anderen geschafft zu haben.“

Für 2017 ist ein neuer Alpencross mit dem Ziel „Gardasee“.
geplant. Weitere Infos unter ww.maennernetzpfalz.de oder bei Gerd Humbert per E-Mail an gerd.humbert@evkirchepfalz.de.

 

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Neues vom anderen Anfang der Erde …

Vom 10. Juli bis 1. August 2016 machte sich eine pfälzische Delegation auf den Weg nach Papua in Indonesien. In regelmäßigen Abständen besuchen Gruppen aus der Evangelischen Kirche der Pfalz Gemeinden in der Gereja Kristen Injilii di Tanah Papua, einer der weltweit sechs pfälzischen Partnerkirchen. Jedes Mal ist die Begrüßung herzlich mit faszinierenden Tänzen, Theaterspielen zur Missionsgeschichte, traditionellen Gesängen, mit vielem Händeschütteln und strahlenden Gesichtern.

So war auch dieser Besuch wie ein Nachhausekommen für die drei Frauen und fünf Männer aus der Evangelischen Kirche der Pfalz im tropischen Regenwald auf Neuguinea am anderen Anfang der Erde! Die große Freude der PapuanerInnen über die Gäste spiegelte sich wider in der großen Gastfreundschaft von Familien (zuweilen auch in Gästehäusern), in festlichen Zusammenkünften und bei liebevoll zubereitetem, traditionellem Essen. Reisen zu entfernteren Gemeinden und Projekten auf den Inseln führten tief  in die tropischen Mangrovenwälder. Mit langem Atem und großer Kreativität, im Urwald oft per Boot unterwegs – fernab von Kommunikationshilfen wieTelefon oder WhatsApp hatten die Papua den Aufenthalt der deutschen Gruppe organisiert. „Eine Partnerschaft um Gottes und der Menschen willen“, fasst Ruprecht Beuter, Referent der Evangelischen Arbeitsstelle Bildungund Gesellschaft diese Reise zudammen:  „Wenn die Sprache in der Begegnung an ihre Grenzen stieß, führte menschliche Wärme und der gemeinsame Glaube die einander eigentlich fremden Menschen aus total verschiedenen Kulturen immer wieder und schnell zueinander.“

Symbolstark für das Wirken des Arbeitskreises Papua: Ein Vor- und Zurückschauen und stetiger Dialog | Fotos: Christian Rust und Christian Beuter
Eindrucksvoll ist die Willkommenszeremonie der Ureinwohner | Fotos: Christian Rust und Christian Beuter
Das Miteinander zählt | Fotos: Christian Rust und Christian Beuter

Die christlichen Gemeinden Papuas  im  muslimischen Umfeld wachsen: Neue Kirchen werden gebaut, riesig und mit neuester technischer Ausstattung. Kindergottesdienste mit oft weit über hundert Kindern sind die Regel; sie stehen in partnerschaftlichem Kontakt mit den Kindergottesdiensten in Börrstadt und Essingen. Frauenarbeit mit finanzieller Unterstützung aus der Nordpfalz ist hauptsächlich Bildungsarbeit: Sozialseminare, Glaubensschulung, Weitergabe der Traditionen und vieles mehr gehören zum Programm. Andererseits wird der Ausbildung von GemeindepädagogInnen kaum noch Aufmerksamkeit geschenkt. Die Kirche kooperiert in der Gesellschaft. Mit Vertretern der offiziellen Politik, dem Landrat (Bupati), kommunalen Beauftragten u.a. Und mit Gewährsleuten für die Erhaltung und Einhaltung der Tradition und der Interessen der Urbevölkerung („Adat“).

Die Kirche steht mit der gesamten Gesellschaft Papuas vor großen Herausforderungen: eine unzureichende Versorgung der Malaria- und HIV/AIDS-Kranken, eine oft desolate Bildungssituation in vielen Schulen, ein  wachsendes Müllproblem, das u.a. durch die zunehmende Verwendung von Einwegflaschen in der Trinkwasserversorgung rapide zunimmt.

Einige Orte wachsen durch den Zuzug von Menschen aus westlichen  Regionen Indonesiens, die sich durch andere Traditionen, Bildungsvoraussetzungen und Religionen von der Urbevölkerung Papuas unterscheiden. Der Staat hat ein ehrgeiziges Entwicklungsprogramm formuliert und schickt mehr Personal zu dessen Umsetzung nach Papua. Auffällig: die starke Präsenz von Polizei auf den Straßen und öffentlichen Plätzen, Militär ist selbst bei kirchlichen Veranstaltungen anwesend. Wegen der  vorgeblich „angespannten Sicherheitslage in Papua“  wurde die Reisegruppe erstmals durch freundliche Sicherheitsbeamte begleitet, was bei den PfälzerInnen jedoch auch Irritationen hervorrief.

Viele gegensätzliche Eindrücke über Entwicklung und Rückschritt, Stillstand und Engagement, Demokratie nach der Diktatur und Kirche in der Freiheit des Evangeliums gaben dem Besuch eine besondere Nuance. Die Teilnehmenden waren tief beeindruckt von geschwisterlichen Begegnungen, lebendigen Traditionen und dem Erleben einer wunderbaren Natur. Als wichtige Impulse dieser ökumenischen Begegnung nahmen die Gäste aus Essingen, Börrstadt, Schönenberg und Rockenhausen die Aufgabe mit, den eigenen Lebensstil zu bedenken und die gesellschaftliche Mitverantwortung als Christen und Kirchengemeinden neu zu buchstabieren. Im  Arbeitskreis Papua unserer Landeskirche, der  sich alle zwei Monate in der Evangelischen Arbeitsstelle am Standort Rockenhausen trifft, sollen diese Fragen vertieft werden.  Dieser Arbeitskreis ist offen für Menschen aller Konfessionen und Traditionen. Ruprecht Beuter steht allen Interessierten telefonisch unter 06361 5559 zur Verfügung.

 

 

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Familienferienaktionen voller Erfolg | Tipps vom Kaninchenzuchtverein

Kaninchen bekommen Streicheleinheiten
Dieses hier war neugieriger
Das Widderkaninchen muss aufpassen, dass es nicht auf seine Langohren tritt

Am 18. Juli war es soweit: Der Kaninchenzuchtverein „P29“ in Kaiserslautern öffnete Tür und Tor für Kinder und Erwachsene, um sich über Pflege, Fütterung und Haltung der Tiere zu informieren. 

Ute Dettweiler von der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft fasste als Organisatorin und Referentin der Veranstaltung einige Impressionen zusammen. Wer hätte gedacht, dass man über 200 verschiedene Kaninchenfellfarben unterscheidet?

Herr Sinn ist Vorsitzender des Kaninchenzuchtvereins und erklärte den kleinen und großen Interessierten geduldig, was man so alles über Kaninchen wissen sollte. Er empfahl, Kindern erst ab sechs Jahren ein eigenes Haustier zu geben. Die nötige Pflege und Fütterung sind ein große Herausforderung, man muss Vieles beachten, damit es den Tieren gut geht: Er warnte beispielsweise vor der drohenden Eiweißvergiftung, wenn nach der Winterzeit, in der es nur Trockenfutter gibt, plötzlich zu viel Klee gefüttert wird. Das regelmäßige Krallenschneiden, was den Tieren nicht weh tut, wurde demonstriert. Außerdem wichtig seien viel Frischluftzufuhr und ein Käfigmindestmaß von einem Meter. Sonnenanbeter sind die Kaninchen nicht und hecheln bei hohen Temperaturen wie Hunde.

Die Kinder durften die verschiedenen Tiere ausgiebig streicheln, dabei gab es viele schöne und zufriedene Tiere zu sehen: Zwergkaninchen, mittelgroße Kaninchen und die Widderkaninchen mit den langen Schlappohren. Wer Fragen hat oder weitere Infos benötigt, wendet sich gern an die Kaninchenexperten vom „P29“: Kontakt: 06301/2354.  Tag der Offene Tür wird dort (Adresse: Am Erbsenberg 1) am 20. und 21. August sein.

 

 

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Weiterbildungsidee: Kirchenführer/in

Geschafft! Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bestanden.
Geschafft! Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bestanden.

Am 15. April 2016 freuten sich 13 zukünftige Kirchenführerinnen und – kirchenführer über das Ende ihrer Ausbildung beim Institut für kirchliche Fortbildung mit Sitz in Landau sowie bei der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft in Kaiserslautern: Endlich halten sie, nach 120 Unterrichtsstunden, einer Hausarbeit und einem Kolloquium, ihr Zertifikat in Händen.

Unter den Teilnehmenden sind Stadtführer-/innen, Ehrenamtliche sowie GemeindepädagogInnen sowie Wein- und KulturbotschafterInnen. Nach dem Kolloquium überreichte beim feierlichen Gottesdienst Dr. Steffen Schramm, Leiter des Instituts für kirchliche Fortbildung, die Urkunde:  „Wir wollen die Kirchenräume den Menschen auf eine besondere Art zugänglich und damit lebendig machen. Etliche Teilnehmerinnen und  Teilnehmer haben beim Kolloquium berichtet, dass sie durch die Ausbildung gelernt haben, Kirchenräume nun auch geistlich zu erschließen, über  kunstgeschichtliche und historische Zugänge hinaus.“

v.l.n.r. Viktor Meyer ( Pfarrer i. R. Zweibrücken- Mitte), Martin Kaufmann (Presbyter der Kirchengemeinde Zweibrücken-Mitte), Dekan Peter Butz (Zweibrücken)
v.l.n.r. Viktor Meyer ( Pfarrer i. R. Zweibrücken- Mitte), Martin Kaufmann (Presbyter der Kirchengemeinde Zweibrücken-Mitte), Dekan Peter Butz (Zweibrücken)

Der gemeinsame Gottesdienst in der Kleinen Kirche in Kaiserslautern zeigte, wie flexibel die Gäste sind: Beim Ausfall des Stroms und somit der Orgel retteten die drei Herren im rechten Teil des Kirchenschiffs routiniert mit tonangebender Stimmgewalt das Lied „Wenn das Brot, das wir teilen, wie ein Rose blüht“ und alle Gäste sangen mit.

Krönender Abschluss für das Leitungsteam: Dr. Steffen Schramm, Birgit Weindl und Annekatrin Schwarz
Krönender Abschluss für das Leitungsteam: Dr. Steffen Schramm, Birgit Weindl und Annekatrin Schwarz

Die beiden Leiterinnen des Fortbildungsangebots erläuterten den modularen Aufbau des Angebots aus Seminaren, Studientagen und Exkursionen. „Architektur, Kunstgeschichte, Pädagogik, Rhetorik  und Theologie gehören zur Theorie, in der Praxis geht es vor allem darum, die eigene Begeisterung einzubringen und den Führungsteilnehmenden ein Stück davon zu vermitteln“, erklärt Birgit Weindl, Referentin am Institut für kirchliche Fortbildung. Annekatrin Schwarz, stellvertretende Leiterin der Evangelischen Arbeitsstelle, ergänzt: „Die vorgestellte Kirche mit anderen Augen entdecken und in sich selbst das pädagogische Geschick  - Das ist Ziel der Ausbildung. Und nach dem lohnenden Einsatz spüren wir an so einem Tag förmlich die Wirkung des heiligen Geistes.“

Frisch gebackene Kirchenführerinnen: Birgit Kaiser aus Essen und Birgit Becherer aus Lollar/Marburg
Frisch gebackene Kirchenführerinnen: Birgit Kaiser aus Essen und Birgit Becherer aus Lollar/Marburg

Für Birgit Kaiser aus Essen war die Ausbildung eine willkommene Ergänzung zu ihrer Gästeführerqualifikation. Ein gutes  Dutzend Mal kam sie für die Präsenzzeiten in die Pfalz, für die sie rund 300 km pro Strecke in Kauf nahm. Zwischen 1943 und 1958 entstanden in West- und Ostdeutschland insgesamt 43 evangelische Notkirchen,  davon sind 41 noch erhalten: Die Melanchthon-Kirche in Ludwigshafen hat sich Frau Kaiser ausgesucht, um dort  ihr erworbenes Wissen zu präsentieren: „In meinem Heimatort steht ebenfalls eine Notkirche; Kirchen haben mich schon immer fasziniert, da man in ihrem Innenraum so gut abschalten kann.  Das wollte ich auch mit anderen teilen, die Ausbildung hat mir alle theoretischen und praktischen Annäherungsmöglichkeiten eröffnet.“

Birgit Becherer wohnt in Lollar bei  Marburg und bereitete gleich vier Ansätze für ihre Abschlussprüfung  in der Elisabethenkirchen in Marburg vor: die biografische als auch die historische Kirchenführung,  die auf Glocken spezialisierte sowie eine Schatzsuche für Grundschulkinder. Und bei der Erzählung der eigens ausgedachten kindgerechten Inhalte, wie der Benennung eines Schatzmeisters oder dem Vorstellen der Schatztruhe, leuchten ihre Augen: „Die Ausbildung zur Kirchenführerin ergänzte meinen Alltag als OP-Schwester und mein derzeitiges Studium der Kunstgeschichte. Durch das erlernte Handwerkszeug, das Sammeln von Daten und Fakten, das Erfassen der Besonderheiten und das Entwickeln der zielgruppenspezifischen unterschiedlichen Führungen kann ich die Seele jeder Kirche herausfinden und zugleich  Hüterin der Schätze werden“

Wer den nächsten Kursstart nicht abwarten kann, ist herzlich eingeladen, am nächsten „Forum Kirchenpädagogik“ im September 2016 teilzunehmen. Hier treffen sich ausgebildete Kirchenführer und Interessentinnen, um ihr Wissen zu vertiefen und sich auszutauschen – zu diesem Termin unter dem Schwerpunktthema „Glocken“.
Auf unserer Detailseite erhalten Sie weitere Informationen zur Kirchenpädagogischen Ausbildung.

Frauen verdienen mehr! Erwerbsarbeit von Frauen unter der Lupe | Aktionstag des Arbeitskreises Frauen und Erwerbsarbeit Südwestpfalz in Pirmasens

Christine Gortner bei ihrem Vortrag zum Equal Pay Day
Christine Gortner bei ihrem Vortrag zum Equal Pay Day

Zum Aktionstag am 23. April 2016 zum Thema Entgeltgleichheit, in diesem Fall eher EntgeltUNgleichheit kamen über 40 interessierte Frauen und Männer in die Katholische Familienbildungsstätte in Pirmasens.

Initiiert wurde der Aktionstag von einem Arbeitskreis aus kommunalen Gleichstellungsstellen, Landfrauen, der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, freien Bildungsträgern, der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft sowie die Frauenarbeit im Prot. Dekanat Pirmasens.

In ihrem Impulsvortrag zeigte Christine Gortner, Referentin der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft Kaiserslautern, sehr anschaulich auf, wie sehr das Arbeitsentgelt in vielen Bereichen davon abhängig ist, ob die Tätigkeit von einem Mann oder einer Frau ausgeführt wird. Zugleich machte sie deutlich, dass ohne entsprechende gesetzliche Regelungen nicht davon auszugehen ist, dass sich die Entgeltlücke schließen wird. Weder die berufliche Qualifikation oder die Art des Bildungsabschlusses noch die Verantwortung und körperliche Belastung werden gleich gewertet, sondern in vielen Berufsfeldern höher eingestuft, wenn Männer diese Tätigkeiten ausführen. Dass Männer selbst in frauentypischen Berufen mehr verdienen, belegte Christine Gortner anhand etlicher Beispiele:  Die derzeitige Entgeltlücke von 21 % entspricht umgerechnet 79 Tagen, die eine Frau jedes Jahr  umsonst  arbeitet. Und diese Lücke ist nur der Mittelwert aller vorhandenen Daten. So gibt es Arbeitsfelder, in denen Frauen kaum mehr als die Hälfte des Stundenlohns der Männer verdienen.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion mit drei Frauen aus der Praxis – der Leiterin einer Kindertagesstätte, der Stationsleiterin eines Krankenhauses und der Mitarbeiterin eines großen Supermarktes – wurden die Auswirkungen von „viel Dienst, wenig Verdienst“ erneut sehr deutlich. Hohe Verantwortung für Menschen und Güter, ungünstige und kontinuierlich erweiterte Arbeitszeiten oder körperliche Belastungen am Arbeitsplatz finden in den Gehältern nicht den entsprechenden Niederschlag. In vielen „Frauenberufen“ ermöglicht selbst eine Vollzeitstelle noch nicht einmal den eigenständigen – bescheidenen – Lebensunterhalt.

Beim Brunch zum Ausklang der Veranstaltung diskutierten die Teilnehmerinnen ihre Eindrücke aus den Vorträgen sowie aus ihrer persönlichen Berufserfahrung. Sowohl die Veranstalterinnen als auch die Besucherinnen blicken auf einen bereichernden Aktionstag zurück.

Verfasser:
Angelika Fallböhmer

Gleichstellungsbeauftragte der Stadtverwaltung Pirmasens

Weg der Nachhaltigkeit - 4-Höfe-Tour vom 06.06.2018

Insgesamt acht wanderfreudige Interessierte machten sich auf in das Nordpfälzer Bergland nördlich des Donnersberg, um die idyllische Landschaft und moderne Umwelttechnologien zu erfahren.

 Mit dem Bus ging es zur ersten Station St. Alban, dem Energiedorf in der Nordpfalz, zur Besichtigung der Bio-Solar-Haus GmbH. Seitdem der Gründer Herr Becher im Jahre 1994 ein nachhaltiges Haus für den Eigenbedarf baute, das so nicht in den Lehrbüchern steht und trotzdem langlebig und energetisch unabhängig ist, ist der Sonnenpark stetig gewachsen. Heute stehen Bio-Solar-Häuser in der ganzen Welt und Interessierte können vor dem Bau Probewohnen.

Nach den umfangreichen und interessanten Informationen zu Baumaterial, Raumklima und Außenanlage, startete die Gruppe den Fußmarsch auf die eigentliche 4-Höfe-Tour zu Hengstbacherhof und Bremricherhof. Silke Scheidel, Referentin für Arbeitswelt und Politik, lud am Aussichtspunkt mit einem christlichen Impuls und den zehn Geboten der Gelassenheit zu einem Moment der Ruhe und Achtsamkeit ein. Weiter ging es zum Schmalfelderhof, wo die dortige „Kunst im Park“ Lust zum Entdecken der Handwerkskunst von Ton, Kleidung, Schmuck und Metall und zum Picknicken bei schönstem Sommerwetter machte. Über den Leiningerhof ging es wieder zurück zum Hengstbacherhof, wo Visionär Joachim Böttcher und Frau Dr. Dorothée Dreher die neugegründeten Stiftung Lebensraum vorstellte. Gemeinsam mit Moderatorin Petra Seitz (Vizepräsidentin LandFrauenverband Pfalz e.V) und Michael Cullmann (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rockenhausen) diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über nachhaltige Politik, Lebensweise und Technik.

Zufrieden und erschöpft war das Feedback auf der gemeinsamen Busrückfahrt, dass diese 4-Höfe-Tour mit Betriebsbesichtigung ein „guter Ansatz für Nachhaltigkeit“ ist.

Interkulturrelles Seminar - Pfälzische und türkische Frauen begegneten sich am 2. Februar

Ute Dettweiler referierte über die Entwicklung des Modells "Familie"
Ute Dettweiler referierte über die Entwicklung des Modells "Familie"
Emine Sahin bewarb die Differenzierung von Tradition und Islam
Emine Sahin bewarb die Differenzierung von Tradition und Islam
Teilnehmerinnen und Referentinnen des ökumenischen interkulturellen Seminars
Teilnehmerinnen und Referentinnen des ökumenischen interkulturellen Seminars
Austausch auf Augenhöhe
Austausch auf Augenhöhe

Bewusste Entscheidung zum Kopftuch - Islam oder Tradition? Pfälzische und türkische Frauen begegnen sich interkulturell

Am 2. Februar trafen rund 19 pfälzische Teilnehmerinnen zum ganztägigen Seminar „Familien - Leben. Werte und Wandel“ in der Alten Eintracht in Kaiserslautern ein zum interkulturellen Austausch mit türkischen Frauen, die bereits länger in Deutschland leben. Die Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft veranstaltet den ökumenischen Austausch in Kooperation mit dem Katholischen Deutschen Frauenbund Diözesanverband Speyer e.V. (KDFD) und dem LandFrauenverband Pfalz e.V. jährlich. Dieses Jahr zum ersten Mal interkulturell.

„Ich möchte mich einfach hineinversetzen können in die Erziehung anderer Kulturen.“

Schon in der Begrüßung brachte Petra Seitz, die Vorsitzende des LandFrauenverbandes Pfalz ihre persönlichen Berührungspunkte mit dem Thema zur Sprache. Die anschließende Vorstellungsrunde brachte unzählige Beweggründe der Teilnehmerinnen zutage - vorrangig wurde die Neugier am Kontakt zu anderen Kulturen genannt und der Wunsch, bestehende Vorurteile abzubauen und damit Fremdes in Vertrautes umzuwandeln.

„Die Familie als Keimzelle der Prägung sollte eine Basis für Rückhalt, Sicherheit, Orientierung und Wertschätzung sein.“

Die Schilderungen der deutschen Frauen über das eigene Familienverständnis zeigten viele Übereinstimmungen der früheren Großfamilie in der Pfalz mit heutigen islamischen Familien auf. Spannend waren die Erzählungen, wie sich die damals jung „eingeheirateten“ Frauen in der Großfamilie durchsetzen lernten und sich zu pflegenden, arbeitenden und zusammenhaltenden Müttern entwickelten, deren Kinder sich heutzutage zum Teil im Ausland befinden.

Ute Dettweiler von der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft zeigte in ihrem Vortrag die Trends auf, wie sich Familie in der Gesellschaft verändert. Neben Geburtenzahlen, Scheidungsquoten und Haushaltsgröße erläuterte sie den Zusammenhang zwischen Familienform und Kinderarmut. Alleinerziehende und Menschen mit Migrationshintergrund sind überproportional von Armut betroffen. Gelingende Integration, gerade für Familien, durch Sprache, Bildung, Teilhabe und echte Begegnung ist der Schlüssel, damit sich Menschen in einer neuen Kultur einfinden können. „Wenn man sich in einem fremden Umfeld ausgegrenzt fühlt, glorifiziert man oft die Werte der Herkunftsgesellschaft - das sieht man auch bei deutschen Auswanderern. Erst wenn man sich neuen Kulturen öffnet, statt sich an alte zu klammern, gelingt Integration.“

Emine Sahin ist in der Pfalz aufgewachsene Muslimin und engagiert sich als Vorsitzende des Vereins Impuls Orchidee e.V. in Kaiserslautern für ein Netzwerk der kulturellen Vielfalt.

„Viele muslimische Familien, die sich auf die Tradition berufen, können gar nicht unterscheiden, ob diese dem Islam oder einer koranunabhängigen Tradition entspringt.“

In ihrem Vortrag betonte Emine Sahin mit Humor und Herzblut, wie wichtig die Unterscheidung von Islam und Tradition sei. Sie nannte schlechte Vorbilder für Traditionen wie Zwangsverheiratungen oder Ehrenmorde in meist bildungsfernen Familien und zeigte, teils augenzwinkernd, ebenso gute traditionelle Werte auf - den extra bitteren oder gesalzenen Mocca, den der Bräutigam als Test hinunterwürgt, um vor den zukünftigen Schwiegereltern zu bestehen. Oder das Wochenbett, in welchem sich die Wöchnerin von den Familienmitgliedern umsorgen lässt - solange sie möchte. Sie erklärte das Frauenbild im Koran, worin die Frau als „schwaches Geschlecht“ dem Mann körperlich unterlegen sei, aber laut Koran auf der gleichen Stufe stehe: „Die Frau ist im Koran die „Königin der Familie“ mit demselben Stellenwert und darf auch bei uns erwerbstätig sein, es ist ein System der Ergänzung. Bei der Eheschließung haben die potenziellen Ehepartner das letzte Wort.“ Sie beschreibt den ausgeprägten Zusammenhalt der Familie, aber auch den Wandel zur Kleinfamilie. „In der Familie fängt man an, Veränderungen zu leben.“ Ebenso wachse die Akzeptanz von homosexuellen Lebensgemeinschaften in der islamischen Kultur viel langsamer.

„29 Jahre lebte ich ohne Kopftuch, mit meiner Eheschließung vor acht Jahren entschied ich mich bewusst dafür. Nun ist es als Kleidungsstück so normal wie eine Jacke.“

Dass ihre Entscheidung für das traditionelle Kopftuch freiwillig und ihr Vater sogar dagegen war, erstaunte auch die anderen Teilnehmerinnen und es gab viele Fragen. „Auch Männer sollen bewusst den Blick gesenkt halten. Und laut Koran ist derjenige der beste Mann, der seine Frau am besten behandelt.“ erläuterte Emine Sahin.

Kulinarisch kamen die Teilnehmerinnen auf den kulturellen Geschmack, die Frauen des Vereins Impuls Orchidee servierten eine köstliche türkische Linsensuppe und Gemüsegratin.

Veranstaltungsorganisatorin Claudia Kettering hielt am Nachmittag ein Kurzreferat zu biblischen Lebensformen und stellte die 2013 veröffentlichte Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland als Abschied vom Leitbild Ehe vor. „Das Modell der Ehe als Norm ist abgelöst durch die Vielfalt der Lebensgemeinschaften mit gegenseitiger Verantwortung und Fürsorge.“ Auch der neue Kurs von Papst Franziskus insbesondere gegenüber Schwulen und Lesben wurde kritisch gewürdigt und diskutiert.

In der Schlussandacht erinnerte Ulrike Groß (KDFD) an Abraham als Vater dreier Religionen.

Mit einem Segenslied und dem gegenseitigen Zusprechen des Friedensgrußes „Friede“, „Salam“ endete der Tag, an dem viele Frauen Parallelen im christlichen und islamischen Familiengefüge und dem Wandel von Ehe und Familie in beiden Kulturen erkannt hatten. Eine Teilnehmerin beschrieb ihre Vorurteile: „Ich gebe zu, dass ich vor der Veranstaltung eine negative Einstellung zu muslimischen Frauen hatte, dies hat sich durch diese Annäherung komplett geändert.“

Verfasser: Nadja Donauer

Weiterführende Links:

info@impulsorchidee.de

www.frauenbund-speyer.de

 

Herausforderung Mannsein in Mannheim am 31.01.2016

„Ich fordere euch heraus, euch den Vatersegen abzuholen.“ Mit diesem Satz eröffnete Martin Römer als Leiter des Kurses für die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich für die weitere Arbeit mit Männern stärken zu lassen. Von den 15 Aktiven nahmen die meisten diese einmalige Gelegenheit wahr und konnten erfahren, welche tiefen Erfahrungen an einem Männerwochenende möglich sind. Persönliche Erfahrungen, Spiritualität und die Herausforderung mit Männern zu arbeiten trafen aufeinander.

Zu der Fortbildung hatten die drei Landeskirchen in Baden, der Pfalz und in Württemberg eingeladen und der Zusammenschluss führte zu dem Erfolg. So kam eine Gruppe von interessierten Multiplikatoren zusammen, die den modularen Aufbau eines Männerangebotes kennenlernten.

Vom 27. bis 29. Januar 2017 findet ein weiterer Multiplikatorenkurs „Herausforderung Mannsein 2017“ statt, Anmeldung sowie eine Vielzahl an Angeboten speziell für Männer von Abenteuer-Wochenende bis Zeltfreizeit unter www.maennernetzpfalz.de.